Wegberg-Wildenrath: Freiwillige entfernen Gehölz beim Deutsch-Niederländischen Natur-Werktag

Deutsch-Niederländischer Natur-Werktag im Naturschutzgebiet Schaagbachtal : Heide und Moor von störendem Gehölz befreit

Mehr als 30 Freiwillige beim Deutsch-Niederländischen Natur-Werktag im Einsatz.

Gut gelaunt und mit festem Schuhwerk sowie wetterfester Kleidung ausgestattet, trudelten die mehr als 30 freiwilligen Helfer nach und nach auf dem Parkplatz an der Naturschutzstation „Haus Wildenrath“ ein. Es hatte zu dem Zeitpunkt aufgehört zu regnen und somit standen die Zeichen gut, an diesem Morgen viel in der Natur schaffen zu können. Der Naturpark Maas-Schwalm-Nette hatte zusammen mit Naturschutzstation und Staatsbosbeheer Regio Zuid zum grenzüberschreitenden Deutsch-Niederländischen Natur-Werktag, der traditionell am ersten Samstag im November stattfindet, eingeladen. An diesem Tag führen Freiwillige im jährlichen Wechsel in Deutschland und in den Niederlanden eine gemeinsame Pflegemaßnahme in der Natur durch – jetzt sollte es in das Naturschutzgebiet Schaagbachtal mit seinen Hängen und Niedermooren gehen. Das Ziel war, das Gelände von Gehölz zu befreien.

Bevor sich Fahrgemeinschaften bildeten, um zur zwei Kilometer entfernten Einsatzstelle zu gelangen, begrüßte André Claassen die große Gruppe mit holländischen und deutschen Teilnehmern, in der sich auch einige Kinder und Jugendliche befanden. Der Natur-Werktag habe in den Niederlanden Tradition und werde an diesem Tag mit 433 Aktionen durchgeführt, erläuterte Claassen, der Werktag in Wildenrath sei der einzige in Deutschland. Der Naturpark Maas-Schwalm-Nette hat sich vor Jahren diesem nationalen Vorhaben angeschlossen und führt seit 2003 ebenfalls Naturpflege-Aktionen durch. André Claassen ist seit dem 1. Oktober stellvertretender Geschäftsführer des Naturparks MSN, als Nachfolger von Silke Weich.

Auf dem gewundenen Premium-Wanderweg „Birgeler Urwald“ gelangten alle wenig später in das Naturschutzgebiet Schaagbachtal. Die offene Landschaft fällt zum Schaagbach hin ab. Zwischen den Heidepflanzen stehen verschiedene Bäumchen, die im Weiteren entfernt werden sollten. Eine stattliche Auswahl an großen Astscheren, Sägen sowie zwei Beilen lag dafür bereit. „Der Kuhberg befindet sich noch in Wildenrath“, beschrieb Brigitta Szyska, Geschäftsführerin von „Haus Wildenrath“, das Gelände. André Claassen übersetzte dabei für die niederländischen Helfer. „Weiter unten ist das Schaagbachtal.“ Es handle sich um ein so genanntes Hangmoor. Während es oben sehr trocken ist – hier wächst die Besenheide – ist es weiter runter sehr feucht, wovon das gelbliche Pfeifengras und die Glockenheide zeugen. Dieses Gras bildet über dem Boden einen Wulst, den die Helfer umgehen sollten. Die Heide soll „entkuselt“ werden, damit sie sich gut ausbreiten kann. Weiter unten galt es ebenfalls, die jungen Gehölze rauszuziehen oder abzusägen, damit sie dem aus Torfmoosen gebildeten Moorkörper kein Wasser entziehen. Möglichst viel Wasser soll so im System erhalten bleiben.

Tatkräftig gingen die Helfer im Gelände verteilt ans Werk und übernahmen die Arbeit, die auch Ziegen oder Schafe bei der Beweidung erledigen. Am Hang hielten sich die Freiwilligen auf der rechten Seite auf – den linken Bereich hatten sie bereits vor zwei Jahren vom Gehölz befreit. Weiter unten waren Jugendliche mit der jüngsten Teilnehmerin, einem blonden Mädchen, mit Unterstützung dabei, eine junge Kiefer abzusägen: Mit vereinten Kräften legten sie diese auf den Boden. Währenddessen rückte der zwölfjährige Lesley, der bereits zum vierten Mal dabei war, einem Bäumchen mit gezielten Beilhieben zu Leibe. Es mache viel Spaß, mit den anderen Kindern und mitten in der Natur, sagte er. Der gelernte Schreiner Sascha Seeholzer war ebenfalls mit Feuereifer dabei. „Wenn wir nicht mit Fingerspitzengefühl in die Landschaft eingreifen, haben wir keinen Wald, an dem man Freude hat.“ Mit Vernunft sorge man auch so dafür, dass das Moorgebiet atmen kann. Er finde es schön, dass viele junge Menschen mitmachen. Zügig zeugten auf ganzer Fläche diverse Reisighaufen, die der Schlingnatter oder den Zauneidechsen als Lebensraum dienen, vom Erfolg der geselligen Aktion.