Wegberg: 124 Flüchtlinge in städtischen Einrichtungen

Flüchtlingsheim in Gerichhausen steht leer : 124 Flüchtlinge leben zurzeit in Wegberg

Derzeit sind 124 Flüchtlinge in Wegberg untergebracht, davon 110 Menschen in der Unterkunft an der Nordstraße in Arsbeck und 14 am Philosophenweg in Dalheim. Die Gemeinschaftsunterkunft in Gerichhausen steht weiterhin leer.

Die aktuellen Flüchtlingszahlen teilte der Wegberger Bürgermeister Michael Stock am Dienstag während der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Integration und Soziales im Wegberger Rathaus mit. Die Gemeinschaftsunterkunft in Gerichhausen ist weiterhin nicht belegt. Das Gebäude muss saniert werden und wird möglicherweise verkauft oder abgerissen. Die CDU hat beantragt, alle Möglichkeiten zu prüfen.

Damit stellt sich die Situation in den städtischen Flüchtlingseinrichtungen rein zahlenmäßig entspannt dar. Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge in Wegberg-Petersholz fließt in diese Statistik nicht mit ein, weil es sich um eine Einrichtung des Landes NRW und nicht der Stadt Wegberg handelt.

Was die städtischen Einrichtungen betrifft, waren der Stadt Wegberg im Mai 2019 vom Land Zuweisungen im Rahmen der Wohnsitzverpflichtung von insgesamt bis zu 223 Personen angekündigt worden. Bis Ende September wurden davon insgesamt 80 Menschen in Wegberg aufgenommen, wie es mit der Bezirksregierung zuvor vereinbart worden war. Ziel der Wegberger Stadtverwaltung ist es, diese Menschen, die Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II haben, möglichst schnell in privaten Wohnraum zu vermitteln. Das war allerdings nur in wenigen Fällen möglich. „Eine Vielzahl der zugewiesenen Menschen wohnt weiterhin in der Gemeinschaftsunterkunft an der Nordstraße 100 in Arsbeck“, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. Demnach finden nur wenige Flüchtlinge kurzfristig eine eigene Wohnung und Arbeit. Zunächst müssten Sprach- und Integrationskurse erfolgen, damit eine einfache Kommunikation mit Arbeitgebern und Vermietern möglich sei.

Wann mit den weiteren Wohnsitzzuweisungen der Bezirksregierung für Wegberg zu rechnen ist, ist nach Angaben der Stadtverwaltung derzeit noch nicht abzusehen. Es könne festgehalten werden, dass eine Betreuung des Personenkreises, der einen Aufenthaltsstatus in Deutschland besitzt und in den eigenen angemieteten Wohnungen in Wegberg wohnt, auch weiterhin nötig ist.

Einen ausführlichen Bericht über die Flüchtlings- und Integrationsarbeit und die mit den Flüchtlingsinitiativen in Wegberg koordinierte Betreuung legte während der Sitzung des Sozialausschusses Flüchtlingshelfer Youssef Alami vor. Demnach werden die Flüchtlinge nicht nur beim Ausfüllen von Formularen, beim Kontakt mit Behörden, bei der Beratung in sozialen Notlagen und bei der Suche nach Sprachkursen unterstützt, sondern auch bei der Freizeitgestaltung, bei der Kindertagesbetreuung und bei der Suche nach Ärzten und Krankenhäusern in der Region. Die Integrationsstrategie lasse sich in die Felder Sprachvermittlung, Integration in die Gesellschaft sowie in Bildung und Arbeit unterteilen.

Mehr von RP ONLINE