Politisches Kabarett mit Robert Griess in der Wegberger Mühle

Politisches Kabarett in Wegberg : Kölscher Klüngel, Karneval, Kirche und Kabarett

Kabarettist Robert Griess nahm bei seinem Auftritt in der Wegberger Mühle kein Blatt vor den Mund.

Anscheinend zieht es nicht nur Gauner und Ganoven zum Ort des Geschehens zurück, gleiches gilt offenbar auch für Kabarettisten und Komiker: Robert Griess versprach nach seinem Auftritt in der Wegberger Mühle, in zwei Jahren mit seinem dann neuen Programm wiederzukommen.

Mit „Hauptsache, es knallt“ machte Griess beste Werbung für sich und für das politische Kabarett, für das er vornehmlich steht. Allerdings ließ er es sich nicht nehmen, auch einen Abstecher in den Kölner Karneval zu machen, wobei er zugleich deutlich machte, dass gerade in Köln die Grenzen zwischen Kölsch, Klüngel, Karneval, Kirche sowie Kabarett durchaus fließend sein können.

Griess schießt sich gerne auf diejenigen ein, die oftmals als politische Elite angesehen werden. Er fragt sich, ob er überhaupt noch die SPD als Thema im Kabarett nutzen kann, da man beim Kabarett ja von unten nach oben schaue. Die SPD sei wohl eher ein Fall für die Comedy, bei der man aus der Sicht der vermeintlich Überlegenen auf die wehrlose Minderheit und den prolligen Unterlegenen tritt. CDU und Grüne bekommen ebenfalls ihr Fett weg und insbesondere hat Griess es die Partei der BWLer angetan, die FDP. Diese frage man besser nicht um Rat, weil sie immer auf Profis verweise, die sie selbst nicht habe. Und die braun-blaue Partei, in der Faschisten eine Heimat haben, musste sich sagen lassen, dass sie Meinungsfreiheit nur dann als gegeben ansieht, wenn ihre eigene, aber nicht die der Andersdenkenden gemeint ist. Für Griess ist es erschreckend, wenn in Medien Verständnis für Nazisymbole zeigende Menschen – „besorgte Bürger“ – aufgebracht werde, aber besorgte Bürger, die im Hambacher Forst für den Erhalt der Heimat und der Natur kämpfen, als „linke Chaoten“ gebrandmarkt würden.

Der Weg von der großen Politik und dem Weltgeschehen zum Leben in Köln ist bei dem Kabarettisten kein weiter. Köln ist für ihn die Welthauptstadt der Misswirtschaft, der Bau des Berliners Flughafen sei ein Klacks im Vergleich zu der seit 600 Jahren bestehenden Dauerbaustelle am Kölner Dom. Von den fünf Autobahnbrücken rund um Köln seien nur deshalb lediglich drei für den Schwerverkehr gesperrt, weil die beiden anderen noch nicht auf ihre Tragfähigkeit untersucht worden sind. Und Steuerhinterziehungen würden in Köln niemals zu Strafverfolgungen führen. Ein Steuerzahlungsverhinderer würde kurzerhand zum Ehrensenator einer Funken-Gesellschaft ernannt und genösse damit lebenslange Immunität.