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Gnadenkapelle Wegberg-Holtum: Krippe für gestiftete Figurengruppe

Gnadenkapelle in Wegberg-Holtum : Krippe für gestiftete Figurengruppe in Holtum

Der Kapellenvorstand in Wegberg-Holtum gestaltete vor mehr als 50 Jahren die erste Landschaft für die Heilige Familie mit den Heiligen drei Königen, Engel, Hirte und Tieren. Die Gnadenkapelle feiert dabei in diesem Jahr 375-jähriges Bestehen.

Es sind mehrere Besonderheiten, die bei der jährlich aufgebauten Krippenlandschaft in der Holtumer Gnadenkapelle eine wichtige Rolle spielen: So kommt der Wallfahrtskapelle überregionale Bedeutung und eine entsprechend hohe Besucherfrequenz zu. Außerdem ist die Kapelle jeden Tag geöffnet. Zusätzlich feiert die Gnadenkapelle in diesem Jahr 375-jähriges Bestehen. Die Holtumerin Anna Linden hatte die damals erstellte Figurengruppe aus Kevelaer in den 1960er Jahren gestiftet und seitdem gestaltet der Kapellenvorstand die schön anzusehende Krippenlandschaft mit ihr.

Die Vorstandsmitglieder beginnen jeweils am Wochenende vor Weihnachten mit dem Aufbau: Dazu errichten sie ein Gestell im kompletten Raum der St.-Josephs-Kapelle, die sich in offener Bauweise direkt an die Gnadenkapelle mit dem Figurenbild der Schwarzen Madonna mit Jesuskind anschließt. Darauf gestalten sie mit Steinen und Moos eine Landschaft, die von Tannenbäumen rundherum gesäumt und mit von einer Waldnielerin gestifteten blühenden Weihnachtssternen geschmückt wird. Die Heiligen Drei Könige ziehen aus der Ferne heran, während sich der Stall mit Krippe und den anderen Figuren im Zentrum befinden. „Der erste Stall wurde Mitte der 1960er Jahre von Heinz Hermanns und Josef Welters in Eigenregie gebaut“, berichtet Alexander Peters, „beide waren auch im Kapellenvorstand, und sie verwendeten Birkenstämme für die tragenden Elemente und kleine Strohpuppen als Dachbedeckung.“ Jahre später erschuf Mathias Heggen aus Erkelenz einen neuen Stall.

Der Kapellenvorstand sei bereits während des Bestehens der selbstständigen Pfarrgemeinde Beeck für die Belange der Holtumer Kapelle zuständig gewesen, erläutern die Mitglieder Alexander Peters und Hans Winkens. Heutzutage, als Teil der Pfarrei St. Martin Wegberg, organisiert der Kapellenvorstand auch die Holtumer Oktav mit, stellt Bänke und Außenaltar auf dem Gelände auf und kümmert sich um die Innenausstattung und Außengestaltung der Kapelle. Der Vorstand ist auch für den Aufbau der Krippenlandschaft zuständig. Diese wird gerne von Großeltern mit ihren Enkelkindern sowie von Jüngeren und Familien besucht.

Holtum zählt zu den rheinischen Marienwallfahrtsorten. Die kleine Kapelle wurde als Ort für das Figurenbild der Schwarzen Madonna mit Kind 1644 errichtet und 1667 vom Bischof geweiht. 1684 wurde das baufällige Gebäude erneuert und als heutige Gnadenkapelle, in der sich die Schwarze Madonna befindet, wieder aufgebaut. Foto: RP

Die kleine Wallfahrtskapelle im Wegberger Ortsteil Holtum hat nicht nur zum Weihnachtsfest, sondern das ganz Jahr über eine überregionale Bedeutung und zieht Menschen auch außerhalb der Stadtgrenzen in großer Zahl an. Sie wurde als Ort für das Figurenbild der Schwarzen Madonna mit Kind im Jahr 1644 errichtet und 1667 vom Bischof geweiht, erläutern Alexander Peters und Hans Winkens. „Es war eine kleine Kapelle von vier mal 4,5 Metern.“ Der Raum dieser ersten Kapelle ist noch heute zu sehen. 1684 wurde das baufällige Gebäude erneuert und als heutige Gnadenkapelle, in der sich die Schwarze Madonna befindet, wieder aufgebaut. Der Anbau auf deren linker Seite – die St.-Josephs-Kapelle – erfolgte 1757, und 1888 kam die Große Kapelle dazu. Diese ist mit der Gnadenkapelle verbunden.