Tränenreicher Abschied vom Café Samocca in der Wegberger Mühle

Wegberg : Tränenreicher Abschied vom Café Samocca

Mit einem großen Fest hat sich das Team des Cafés Samocca der Lebenshilfe Heinsberg in der Wegberger Mühle von seinen langjährigen Stammgästen und Freunden verabschiedet. Das Café Samocca hat geschlossen, die Lebenshilfe Heinsberg als Betreiber sah sich aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen.

Viele Gäste hatten Tränen in den Augen, als sie Teamleiterin Anneliese Baltes und ihren Kolleginnen Adelina und Michaela sowie den Mitarbeitern Julia, Patricia, Sebastian, Erwin, Daniel und Peter Dank für eine jahrelange und außergewöhnliche Wohlfühlatmosphäre im Kleinod an der Schwalm aussprachen.

Weil das Samocca so beliebt war, waren bis zuletzt kaum freie Plätze dort zu bekommen. „Ein letztes Mal konnten wir das beste Frühstück genießen. Danke für viele Jahre im Samocca, danke den Menschen, die mit Herzblut ein Café mit Wohlfühlfaktor geschaffen haben, das seinesgleichen sucht. Wir sind traurig, dass ihr nicht mehr in Wegberg seid“, sagte eine langjährige Kundin im Gespräch mit Anneliese Baltes, die rückblickend auf die vergangenen zehn Jahre von „einer traumhaft schönen Zeit“ spricht.

Vor zehn Jahren hatte die Lebenshilfe Heinsberg das Samocca in der Wegberger Mühle als ihr zweites Café eröffnet. Unter Führung von Anneliese Baltes entwickelte sich das Samocca schnell zu einem der beliebtesten Treffpunkte in der Mühlenstadt. Die Lebenshilfe entschied sich damals für die Verwirklichung eines Samocca-Cafés nach dem Vorbild der Samariterstiftung Ostalb-Werkstätten. Samocca stehe für hohe Qualität und guten Service sowie für berufliche Förderung im gastronomischen Bereich für Mitarbeiter mit Behinderung, erklärte Edgar Johnen, Geschäftsführer der Lebenshilfe Heinsberg.

Er bedankte sich gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern beim Samocca-Team um Anneliese Baltes, die das Café seit der Eröffnung erfolgreich leitete. Das Samocca in der Wegberger Mühle bot fünf Mitarbeitern der Lebenshilfe-Werkstätten einen Arbeitsplatz im gastronomischen Bereich. Die Mitarbeiter erhalten nun einen Arbeitsplatz innerhalb der Werkstätten oder in einem anderen Café der Lebenshilfe, Arbeitsplätze seien nicht gefährdet, erklärt Edgar Johnen.

Trotz der Schließung des Cafés Samocca geht der gastronomische Betrieb in der Wegberger Mühle weiter. Nach einer kurzen Umbauphase übernimmt Angelo Longo dort die Regie, der bereits seit Jahrzehnten ein Eiscafé in Wegberg betreibt. Die Stadt Wegberg als Besitzer der Mühle hat einen langjährigen Pachtvertrag mit dem neuen Betreiber abgeschlossen. Laut Ausschreibung war eine fünfjährige Laufzeit mit der Option einer Verlängerung vorgesehen. Longo, der sein Eiscafé in der Kreuzherrengalerie als Familienbetrieb führt, plant, dieses Konzept auch auf das Café Longo in der Wegberger Mühle zu übertragen. Zwar werde das Eis ein wesentlicher Bestandteil des zukünftigen Angebots in der Wegberger Mühle sein, aber es sollen auch der übliche Cafébetrieb mit Kaffee und Kuchen stattfinden sowie kleine Mahlzeiten angeboten werden. Die Umbauphase wird einige Wochen dauern. Der neue Betreiber hatte angekündigt, dass das Café Longo in der Wegberger Mühle Mitte bis Ende Februar eröffnen soll. Dann sollen auch die Öffnungszeiten des gastronomischen Betriebs in der Wegberger Mühle an Wochenenden ausgeweitet werden.