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Projekt Stromspar-Check bald auch im Kreis Viersen

Kreis Viersen : Kreis Viersen setzt auf Stromspar-Check

Der Kreis Viersen möchte das bundesweite Projekt in die Region holen. Dadurch sollen in einkommensschwachen Haushalten Energiekosten verringert werden. Noch läuft die Feinabstimmung.

Langzeitarbeitslose sollen künftig einkommensschwachen Mietern im Kreis Viersen als Berater dabei helfen, Strom, Wasser und damit Kosten zu sparen. Wie genau das funktionieren kann, plant die Kreis-Verwaltung derzeit gemeinsam mit dem Sozialkaufhaus „Kaufbar“ und dem Jobcenter. Basis ist das bundesweite Projekt Stromspar-Check des Caritasverbandes und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen.

Den Stromspar-Check gibt es seit zehn Jahren. Mittlerweile wird er an rund 190 Standorten angeboten – zum Beispiel in Krefeld und im Kreis Mettmann. Ziel ist unter anderem zu vermeiden, dass einkommensschwache Haushalte wegen zu hoher Energiekosten beim Energieversorger in Zahlungsrückstand geraten. Neben Energiekosten sollen auch CO2-Emissionen eingespart werden. „Mehr als 271.000 Haushalte haben zwischen 2009 und 2017 am Stromspar-Check teilgenommen und dabei Energieeinsparungen von durchschnittlich rund 152 Euro pro Jahr erzielt“, erläutert Katarina Esser, Kreis-Sozialdezernentin, in einer Sitzungsvorlage für den Sozialausschuss. Mehr als 385.000 Tonnen CO2-Emissionen konnten so nach Angaben der Caritas und der Energie- und Klimaschutzagenturen seit 2009 vermieden werden.

Beim kostenlosen Stromspar-Check in der Wohnung misst ein Stromsparberater Verbrauchswerte von Elektro- und Haushaltsgeräten, etwa Kühlschrank, Waschmaschine und Lampen. Außerdem informiert er über LED-Beleuchtung, wassersparende Armaturen und Duschköpfe.

Weil Langzeitarbeitslose als Stromsparberater vorgesehen sind, werde durch das Projekt eine optimale Verzahnung zwischen Beschäftigungsförderung und Umweltpolitik geschaffen, berichtet Esser: „Zurzeit befindet sich das Projekt in der Feinabstimmung mit dem Caritasverband.“ Im Einvernehmen mit dem Jobcenter würden aktuell ein Fachanleiter und fünf potenzielle Stromsparhelfer gesucht, die dann über die Energieagentur NRW durch die Firma Prisma-Consult geschult werden sollen. In der Schulung sollen die Teilnehmer nicht nur lernen, wie sie Tipps zum Energiesparen geben können. Sie erfahren auch, wie sie ihre Hausbesuche auswerten und dokumentieren. In den Räumen der Kaufbar an der Heimbachstraße sollen die Stromsparberater ihr Büro und ein Lager einrichten.

Die Kreis-Verwaltung plant, den Stromspar-Check nach Abschluss der Schulung in der Region bekannt zu machen. Voraussichtlich nach den Sommerferien soll es so weit sein. „Die Finanzierung erfolgt zum größten Teil über die Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums sowie aus Mitteln im Rahmen des Teilhabechancengesetzes“, erklärt Esser. Die Projektlaufzeit betrage drei Jahre. „Der Kostenanteil für den Kreis Viersen würde etwa 10.000 Euro jährlich betragen.“ Sie geht davon aus, dass sich die Kosten rentieren, weil der Kreis weniger Energiekosten für die Bedarfsgemeinschaften zahlen muss.

Bis Ende 2018 hatte die Verbraucherzentrale Mönchengladbach, die auch für den Kreis Viersen zuständig ist, ein ähnliches Beratungsangebot für Bedürftige: Das Projekt „NRW bekämpft Energiearmut“. Der Energieversorger NEW förderte es mit rund 45.000 Euro im Jahr, gab jedoch 2018 bekannt, dass die Zahl der seit dem Start 2013 geführten Beratungen in keinem Verhältnis zum Aufwand stünde. Seit Beginn des Projekts hatte es Auswertungen der Verbraucherzentrale zufolge insgesamt 576 Fälle mit 1108 Budget- und Rechtsberatungen gegeben. Die Hälfte der Ratsuchenden waren Empfänger von Arbeitslosengeld II („Hartz IV“). Esser erklärte am Dienstag im Kreissozialausschuss, dass sie versuchen wolle, die NEW als Partner für den Stromspar-Check zu gewinnen, ebenso wie Wohnungsunternehmen.