Mit der Kampagne „Gut und wertvoll“ wirbt der MHD mit der kostenlosen Ausbildung zum Rettungssanitäter.

Engagement : Die Malteser suchen Freiwillige

Mit der Kampagne „Gut und wertvoll“ wirbt der MHD mit der kostenlosen Ausbildung zum Rettungssanitäter.

Allein 90 Menschen sind es im Kreis Viersen, die ehrenamtlich für die Malteser in den Einsatz gehen und die 70 Hauptamtler bei den vielschichtigen Aufgaben unterstützen. „Ohne das Ehrenamt und das dort geleistete Engagement wäre unsere Arbeit gar nicht denkbar“, bringt es Wolfgang Heidinger, Geschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes der Diözese Aachen auf den Punkt. Vor diesem Hintergrund haben sich die Malteser dazu entschlossen, unter dem Motto „Gut und wertvoll“ eine Kampagne ins Leben zu rufen, die sowohl für den Einsatz im Bereich des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) als auch den Bundesfreiwilligendienst (BFD) wirbt.

Während sich das FSJ an junge Menschen unter 27 Jahren richtet, wendet sich der BFD an die Klientel über 27 Jahren. Bei Letzterem spielt das Alter keine Rolle, und der Dienst ist auch in Teilzeit möglich. Aber egal, in welcher Altersgruppe sich jemand für die ehrenamtliche Tätigkeit bei den Maltesern entscheidet, erst einmal muss die Schulbank gedrückt werden. In der hauseigenen schulischen Einrichtung in Aachen, die gleichzeitig ein Internat ist, werden die Freiwilligen entweder zum Rettungshelfer oder zum Rettungssanitäter ausgebildet. Die Kosten dafür übernehmen die Malteser, wobei die Ausbildung zum Rettungssanitäter bei 2500 Euro liegt.

„Bei den ersten Gesprächen mit uns können sich unsere Bewerber entscheiden, ob sie die kürzere oder die längere Ausbildungsvariante nehmen möchten“, erklärt Dienststellenleiter Jan Galli vom Malteser Hilfsdienst in Kempen. Einem gemeinsamen ersten schulischen Start in Vollzeit in Aachen folgen Praktika in heimatnahen Krankenhäusern und Lehrrettungswachen. Danach ist nochmals Schule angesagt, wobei die Länge je nach angestrebter Ausbildung variiert. Der Rettungshelfer umfasst insgesamt sechs Wochen Ausbildung, und der Rettungssanitäter geht über acht Wochen.

Danach geht es in den verschiedenen Einsatzbereichen bei den Maltesern los. Zu diesen Bereichen zählen der Krankentransport und der Rettungsdienst, der Hausnotruf, die Fahrdienste und die Erste-Hilfe-Ausbildung. Beim einem FSJ bzw. dem BFD gibt es ein Taschengeld von monatlich 450 Euro sowie einen Fahrtkostenzuschuss und Verpflegungsgeld. Die Dauer eines Dienstes liegt bei zwölf Monaten und kann auf 18 Monate verlängert werden. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

Aus Erfahrung weiß Heidinger, dass viele Menschen „hängen bleiben“, wie er es selber beschreibt. Und das nicht nur im Ehrenamt, sondern auch hauptberuflich. Der 24-jährige Notfallsanitäter Dominik Müller ist ein entsprechendes Beispiel. Als 17-Jähriger stieg der Nettetaler ehrenamtlich ein, wurde Rettungssanitäter und entschied sich drei Jahre später, bei den Maltesern hauptberuflich zu arbeiten. Galli selber kam über den Zivildienst zu den Maltesern. Während seines BWL-Studiums blieb er ehrenamtlich im Einsatz, um nach Studienabschluss hauptamtlich mitzuarbeiten.

„Schon die Förderung im Ehrenamt ist groß. Es macht einfach Spaß mitzuarbeiten“, berichtet der 30-Jährige aus seiner eigenen Ehrenamtszeit. Mit ihrer neuen Aktion möchten die Malteser die Freiwilligendienste ankurbeln, damit die zielorientierte Non-Profit-Arbeit der Organisation auch in den kommenden Jahren gut laufen und Menschen mit den angebotenen Diensten geholfen werden kann.

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