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Georg Bung von RWE Power spricht über den Wert des Ehrenamtes.

Ehrenamtspreis im Rhein-Kreis : „Die Gesellschaft braucht auch stille Helden“

Der Produktionsleiter im Kraftwerk Neurath spricht unter anderem darüber, wie RWE Power ehrenamtlichen Einsatz unterstützt. Und verrät, wo er sich selbst engagiert.

Zum zweiten Mal schreibt der Rhein-Kreis mit seinen Partnern RWE Power und NGZ den Ehrenamtspreis für soziales Engagement aus. Warum unterstützt RWE Power den Preis?

Georg Bung „Mer stonn zesamme“: Dieser rheinische Satz bringt’s auf den Punkt. Diese Region ist die Heimat auch vieler RWE-Leute. Wo sie sich an unbeschwerten Tagen im Lokalsport, im Karneval und sonst wo als Mitbürger und Förderer einbringen, beweisen sie auch in schweren Zeiten wie der Flutkatastrophe, was Zusammenhalt bedeutet. Zudem unterstützen wir den Preis, weil wir für soziales Engagement werben wollen. Das ist nötig, erstens, weil Vater Staat beim besten Willen nie alles kann. Und zweitens, weil die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement in unserer Gesellschaft abnimmt, vor allem zu langfristigem, planbarem Engagement. Dabei zeigen akute Krisen wie jetzt gerade die Hochwasser-Katastrophe jedes Mal mit dem riesigen, selbstlosen Einsatz Tausender Helferinnen und Helfer, wozu unsere Gesellschaft in der Lage ist. Aber unsere Gesellschaft braucht auch die stillen Heldinnen und Helden des Alltags, die in scheinbar normalen Zeiten, wenn die Fernsehkameras nicht mehr da sind und die Not nicht mehr so unermesslich ist, tatkräftig für andere da sind.

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Auch in Ihrem Unternehmen gibt es sicher viele Frauen und Männer, die ehrenamtlich unterwegs sind. Erfahren die eine besondere Unterstützung?

Bung Ja, auch und gerade jetzt nach dem Hochwasser. Frauen wie Männer sind ehrenamtlich aktiv als Sanitäter, Feuerwehrleute, Aufräumhelfer, Seelsorger, Baggerfahrer, Handwerker, Küchenhilfe, Kinderbetreuer. RWE-Mitarbeiter schaffen damit eine Brücke zwischen Berufs- und Privatleben, zwischen Unternehmen und Gesellschaft. RWE Power hat hier im großen Rahmen Mitarbeiter freigestellt. Schichten getauscht, Urlaube verschoben. Auch, weil nicht wenige persönlich von den Fluten betroffen sind.

Und wie unterstützt RWE außerhalb von Krisen?

Bung RWE hat schon vor Jahren das Programm „Aktiv vor Ort“ eingeführt. Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Beispiel in Eigeninitiative den Kindergarten in der Nachbarschaft streichen, bekommen sie dafür vom Unternehmen einen freien Arbeitstag und bis zu 2000 Euro für Material. Es muss eine gemeinnützige Organisation oder Einrichtung unterstützt werden.

Viele Menschen, die sich freiwillig engagieren, wollen damit nicht an die Öffentlichkeit. Wie würden Sie sie überzeugen, sich um den Ehrenamtspreis zu bewerben?

Bung Bei allem Respekt vor denen, die nicht viel Aufhebens um ihr Engagement machen: Sie können doch andere anstecken mit ihrer Arbeit und mit ihrer Freude daran. Wenn man im Besuchsdienst für alte Menschen einer Kirchengemeinde arbeitet oder wenn man ein Stück Wald vom Müll befreit, das gibt einem selbst doch auch eine ganze Menge, etwa gute Gespräche mit anderen Menschen und das tiefe Gefühl, das Richtige, was wirklich Sinnvolles zu tun. Wenn man solche schönen Erfahrungen weiter gibt, macht man anderen Mut, sich zu engagieren.

Was halten Sie davon, dass viele Menschen lieber Geld spenden als sich auf ehrenamtliche Engagements einzulassen?

Bung Nicht jeder kann sich persönlich um ein Tierheim kümmern oder in Ostafrika eine Sanitätsstation betreuen. Eine Geldspende ist eine genauso wertvolle Hilfe wie der Einsatz von Arbeitskraft. Auch die Flutopfer an Erft und Ahr brauchen nicht nur Leute, die vor Ort anpacken, sondern auch Geld für die Anschaffung neuer Möbel und Haushaltsgeräte und für den Wiederaufbau. Deshalb hat das Unternehmen RWE eine Million Euro für die Flutopfer bereitgestellt. Und wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Geld für Hochwassergeschädigte auf ein bestimmtes Spendenkonto einzahlen, verdoppelt RWE die Summe automatisch.

Engagieren Sie sich ehrenamtlich?

Bung Ich bin Mitglied im Rat einer der Gemeinschaften katholischer Pfarrgemeinden in meiner Heimatstadt Aachen. Dort kümmere ich mich unter anderem um seelsorgliche Aspekte der Jugendarbeit.

Beenden Sie den Satz: Ohne den Einsatz der Ehrenamtler wäre…

Bung ... die Welt viel kälter und ärmer.