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CDU-Mitglieder bestätigen Thomas Goßen als Bürgermeisterkandidat in Tönisvorst

CDU-Mitgliederversammlung : CDU-Mitglieder bestätigen Goßen

Nach dem Tönisvorster CDU-Parteivorstand haben sich auch die Mitglieder für Amtsinhaber Thomas Goßen als Bürgermeisterkandidaten ausgesprochen.

Die ganz großen Überraschungen blieben aus,  und auch die emotionalen Momente fehlten. Kurzum: Die Mitgliederversammlung der CDU Tönisvorst war eine souveräne Veranstaltung, die ausgesprochen zügig über die Bühne ging. Thomas Goßen, CDU-Bürgermeister seit 2009, bekam für seine neuerliche Kandidatur 57 von 72 Stimmen (bei vier Enthaltungen und elf Gegenstimmen).

Das sind 84 Prozent und damit ein gutes Ergebnis für den Kandidaten einer Partei, die schon viele Vorsitzende verschlissen hat und bis vor ein paar Jahren in zwei Lager gespalten war. Unter Dirk Louy aber, der den Parteivorsitz im September 2018 übernommen hat, scheint die Tönisvorster CDU wieder an einem Strang zu ziehen.

Wie groß der Rückhalt für den 44-jährigen Louy  ist, zeigte die Wahl der Kreistagskandidaten. Für den Wahlbezirk 16, den der Vorster Landwirt Peter Joppen nach vielen Jahren abgegeben hat, kandidierten sowohl Dirk Louy als auch Martin Dahmen. Während Louy erst vor vier Jahren auf der politischen Bühne seiner Heimatstadt erschienen ist, war Dahmen bereits vor vielen Jahren im Stadtrat tätig und hatte auch schon mal zehn Jahre lang ein Kreistagsmandat inne. Bei der Mitgliederversammlung nun sollten die Stimmberechtigten sich für einen der beiden Kandidaten aussprechen und das Ergebnis fiel eindeutig aus: Louy bekam 51, Dahmen 14 Stimmen. Louy selber zeigte sich völlig überrascht von dem Votum, Peter Joppen hingegen war zufrieden mit seinem Nachfolger, dessen Kandidatur allerdings noch auf dem Kreisparteitag bestätigt werden muss. „Mit Dirk Louy habe ich einen guten Nachfolger, auch im Sinne der Landwirtschaft“, lobte Joppen den 44-Jährigen, der als Referatsleiter im NRW-Umweltministerium tätig ist.

Joppen war es auch, der für den einzigen emotionalen Moment der zweistündigen Versammlung sorgte. „Ich bin seit 30 Jahren für die CDU aktiv und es war nicht einfach, einen Schlussstrich zu ziehen“, sagte der Landwirt, der die Gelegenheit nutzte, sich bei allen zu entschuldigen, „denen ich im Laufe der Jahre auf die Zehen getreten bin – vergelt’s Gott.“ Er gehe nicht mit Groll, sagte der 60-Jährige: „Ich bin ein CDU-Mann, ich werde ein CDU-Mann bleiben. Wir sind die CDU, wir machen Politik für die Mitte, für die Menschen.“ 

Nach dieser starken Ansage standen die Zuhörer auf und verabschiedeten Peter Joppen mit stehenden Ovationen. Bürgermeister Thomas Goßen hatte es danach mit seiner sachlichen Art schwer, die Begeisterung auf seine Seite zu holen. In seiner halbstündigen Rede zählte der Bürgermeister vor allem auf, was die Stadtverwaltung unter seiner Leitung geleistet habe und leiste: Alle Kindertagesstätten seien in den vergangenen zehn Jahren ausgebaut und modernisiert worden und 14 Millionen Euro würden in den kommenden Jahren in die Schulen investiert.

Außerdem sei die Existenz des Schwimmbads H2Oh! für die nächsten zehn Jahre gesichert und die Gesundheitsversorgung mit dem medizinischen Versorgungszentrum im Krankenhaus und der Rettungswache ausgebaut worden. Und Vorst, vor zehn Jahren als aussterbender Stadtteil gebrandmarkt, entwickle sich durch das Neubaugebiet Vorst-Nord und weitere Wohnbebauung, die Ansiedlung eines Netto-Markts und die geplante neue Multifunktionsfläche vor dem Jugendtreff zu einem gefragten Wohnort.

Ursprünglich sollten bei der Mitgliederversammlung auch die CDU-Kandidaten für die Ratswahlbezirke ernannt werden, weil die Wahlkreise aber neu zugeschnitten werden und der Verwaltung dabei ein Fehler unterlaufen ist, muss das in einer weiteren Versammlung, die vermutlich am 4. März stattfinden wird, nachgeholt werden.

Ein Blick auf die Kandidatenliste zeigt: Neben vielen bekannten Akteuren wie Günter Körschgen, Christiane Tille-Gander, Thomas Kroschwald und Reinhard Maly finden sich mit Michael Landskron und Patrick Heerdmann zwei Kandidaten aus der Jungen Union und mit Christina Marpe eine Newcomerin unter den Direktkandidaten für die Wahlkreise.