Handball : Fast schon zu schnell

Norbert Gregorz hatte Recht, als er die ersten 15 Minuten Revue passieren ließ: „Das war wohl das Beste, was ich von der Mannschaft in dieser Saison gesehen habe“, lobte der Coach des Bergischen HC. „Das war mir fast schon zu schnell, wie sie gespielt haben. Denn eigentlich wollte ich mehr Tempowechsel haben.“ Verständlich, dass Gregorz nach 15:1 Punkten in Serie das anstehende spielfreie Wochenende gar nicht passt. „Schade, dass wir nun zwei Wochen Pause haben. Ich würde am liebsten schon morgen wieder spielen.“ Allerdings war sich der Coach während der Begegnung gar nicht so sicher gewesen, dass der BHC derart mühelos gegen die HSG Gensungen/Felsberg gewinnen würde: „Bis Mitte der zweiten Halbzeit hatte ich immer noch geglaubt, Gensungen würde uns doch noch gefährden können.“

Mit diesem Endergebnis hätte sich der Bergische HC wohl auf Ewigkeiten in das Guinessbuch der Rekorde eintragen lassen können: 134:22 war da als Endergebnis auf der Anzeigetafel zu lesen. Wie beim ersten Heimspiel des Fusionsklubs in der Bayerhalle war eine Tafel ausgefallen, die andere drehte etwas durch und zeigte sowohl bei der Heim- als auch der Gastmannschaft nicht immer das aktuelle Ergebnis an.

Spezialauftrag für Sebastian Hinze

(grad) Als Kapitän muss man flexibel sein. Sebastian Hinze, eigentlich Kreisläufer, hatte in der Vorsaison bei der SG Solingen schon mehrmals auf der Mittelposition aushelfen müssen. Aber Rechtsaußen ? Als die Schiedsrichter Simon Kluge zwei Minuten vor Ende mit einer blutenden Wunde vom Feld schickten, beorderte Trainer Norbert Gregorz seinen Kapitän als Ersatz auf das Feld. „Das kam ziemlich überraschend“, sagte Hinze, der angesichts seines Spezialauftrags mit einem Dauer-Grinsen auf dem Feld agierte. Zum Wurf konnte er aber nicht ansetzen, weil er den Ball auf der für ihn ungewohnten Position trotz größter Bemühungen nicht zugespielt bekam.

Mit Eidam fehlte das Hirn der Mannschaft

(grad) Michael Kopeinigg entschuldigte sich für den Auftritt seiner Mannschaft bei den rund 50 mitgereisten Anhänger der HSG Gensungen/Felsberg: „Sie fahren 500 Kilometer und müssen dann so ein Desaster erleben – für die Fans tut mir das besonders leid.“ Neben 19 Technischen Fehlern führte der HSG-Coach noch weitere Gründe für die deutliche Niederlage an: „Wir haben dem Druck des BHC nicht stand halten können. Das sind andere Kaliber als bei uns, die Norbert Gregorz einwechseln kann.“ Zudem habe Frank Eidam, als Mittelmann das Hirn der Mannschaft, an allen Ecken und Ende gefehlt.

(RP)
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