Handball : Folgen der Belastung

Zum Ende der Hinrunde mehren sich beim Handball-Zweitligisten Bergischer HC die Wehwehchen. Vor dem Heimspiel gegen die HSG Gensungen/Felsberg macht sich Norbert Gregorz um Jens Reinarz die größten Sorgen.

Es ist ruhiger geworden bei der HSG Gensungen/Felsberg. Zwar nicht in der berüchtigten „Hölle Nord“, der Spielstätte der Nordhessen. Dafür aber an der Seitenlinie. Wie auch beim letzten Auftritt der Gensunger in der Klingenhalle hatte Dr. Günter Böttcher allzu oft mit seinen Wutausbrüchen dafür gesorgt, dass das Spielgeschehen in den Hintergrund rückte. Doch die Ära des Professors ist seit der abgelaufenen Saison zu Ende. Sein Nachfolger, Michael Kopeinigg, ist da eher ein Trainer der ruhigeren Art.

Neuer Coach, das gleiche Spielsystem – am taktischen Konzept bei der HSG Gensungen/Felsberg hat sich unter dem 35-Jährigen nichts geändert. „Mit ihrer offensiven Abwehr ist die Mannschaft immer noch ein unangenehmer Gegner“, weiß Norbert Gregorz. Was zum Beispiel TuSEM Essen und Bayer Dormagen bei ihren Auftritten gegen die HSG zu spüren bekommen haben. Beide Zweitliga-Spitzenteams hatten lange um ihre Erfolge in der Kreissporthalle kämpfen müssen. Eine Warnung, die der Trainer des Bergischen HC ausspricht, um seine Spieler zur gleichen Konzentration aufzurufen, mit der sie sich in den vergangenen Wochen die Erfolgsserie von 13:1 Punkten in Folge erarbeitet haben. Denn der Tabellenstand der beiden Mannschaften und die Auswärtsschwäche der Kopeinigg-Truppe verleitet dazu, am morgigen Samstag einen Spaziergang zu erwarten.

Verjüngungsprozess in Gensungen

Eins hat sich allerdings unter dem neuen Trainer geändert: Die Heimstärke in der „Halle Nord“ ist den Gensungern verloren gegangen. Den 4:10 Punkten in fremden Hallen steht lediglich die gleiche Heimbilanz gegenüber – eine Folge des Verjüngungsprozesses, den man bei den Hessen eingeleitet hat.

Mehr Sorgen, als dass sein Team mit einer zu laschen Einstellung antreten könnte, machen Norbert Gregorz die vielen kleinen Verletzungen. „Man merkt die hohe Belastung der vergangenen Wochen“, sagt der Löwen-Coach. „Es mehren sich die Wehwehchen, die sich am Ende einer Hin- oder Rückserie immer häufen.“ Kim Neuenhofen hat einen Schlag in die Wade bekommen, Simon Kluge klagt über muskuläre Probleme. „Beide sollten trotzdem spielen können.“

Nur bei Jens Reinarz ist sich Norbert Gregorz nicht so sicher. Der Linksaußen, der schon seit Wochen trotz einer Sprunggelenksverletzung aufläuft und Tore am Fließband produziert, war am Sonntag in der Porsche-Arena beim jüngsten Triumph des Bergischen HC (35:30 gegen den TV Bittenfeld) abermals umgeknickt. „Nichtsdestotrotz wollen wir unser letztes Heimspiel in diesem Jahr und auch in Friesenheim gewinnen – dann haben wir das umgesetzt, was wir uns vor der Saison vorgenommen haben, nämlich im oberen Tabellendrittel festzusetzen.“

2. Handball-Bundesliga: Bergischer HC – HSG Gensungen/Felsberg (Samstag, 18.15 Uhr, Bayerhalle Sonnborn).

(RP)
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