Solingen: Die Kunstrasenplätze sind in die Jahre gekommen

Erneuerung nach 16 Jahren : Neuer Kunstrasenplatz für Höhscheid

Der erste modernisierte Anlage im Stadtgebiet, der 2003 angelegte Platz an der Neuenkamper Straße, wird im Sommer dieses Jahres komplett erneuert. Im städtischen Haushalt stehen dafür 250.000 Euro zur Verfügung.

Die Lebensdauer von Kunstrasenplätzen ist begrenzt. Zwölf bis 15 Jahre halten sie zumeist. Bei intensiver Nutzung ist die Haltbarkeitsdauer auch kürzer. Gleichwohl: Der Stadtdienst Sport und Freizeit unter der Leitung von Horst Schulten hat in den vergangenen Jahren stets einen hohen Pflege- und regelmäßigen Unterhaltungsaufwand betrieben, um die Kunstrasenplätze im Stadtgebiet gut in Schuss zu halten.

Das war und ist allein schon wegen der hohen Nutzung der Plätze erforderlich. Trotz aller Pflege und bisheriger Ausbesserungen: Der Kunstrasenplatz an der Neuenkamper Straße in Höhscheid muss nun – nach 16 Jahren – komplett ausgewechselt werden. Im Sommer sollen Abriss und Neubau über die Bühne gehen.

Darauf verständigte sich einstimmig der Sportausschuss in seiner jüngsten Sitzung im Höhscheider Bürgerhaus. Zuvor hatten die Mitglieder den viel benutzten Platz noch einmal in Augenschein genommen. „Der komplette Austausch des Kunstrasens ist dringend erforderlich“, befand Sportausschuss-vorsitzender und Bürgermeister Ernst Lauterjung (SPD).

Die Höhscheider Kunstrasen-Anlage war ohnehin die erste, die 2003 im Stadtgebiet angelegt worden war. Wie hier wurden bis 2006 an zwölf weiteren Stellen im Stadtgebiet Kunstrasenplätze als Ersatz für die Aschenplätze gebaut. Wurde beim Anlegen der Kunstrasenplätze damals noch Granulat und Sand mit verwendet, so soll der Höhscheider Platz nun einen neuartigen Kunstrasen bekommen, der lediglich mit Sand verfüllt wird. „Granulat braucht es nicht mehr“, so Horst Schulten zu den Ausschussmitgliedern.

Schon beim Anlegen der ersten Kunstrasenplätze hatte der Stadtdienst Sport und Freizeit auf die Qualität des verlegten Materials geachtet. Was sich letztlich ausgezahlt hat, nimmt man die hohe Lebensdauer, verbunden mit Pflegearbeiten, als Maßstab. Der neuartige Kunstrasen ist weicher, in den Niederlanden hat man sich zudem fachlich beraten lassen. „Die sind sehr zufrieden mit diesem Kunstrasen. Aber auch Fußballer, die bereits auf dem neuen Kunstrasen in unserem Fußballkreis spielen – beispielsweise in Bergisch Neukirchen“, erklärte der Stadtdienstleiter. In Höhscheid könne nun bald der neue Belag auch in Solingen getestet werden.

Nicht nur auf gute Qualität des Kunstrasens wurde und wird geachtet, bei allen 13 Plätzen im Stadtgebiet wurde auch auf den Untergrund geachtet. Der ist in Höhscheid anscheinend in einem guten Zustand, so dass nur der Kunstrasen ausgewechselt werden muss. „Von daher haben wir für die Erneuerung 250.000 Euro veranschlagt“, sagte Horst Schulten. Abbau und Entsorgung des alten Rasens sind in diesen Kosten erhalten, zudem der neue Belag sowie Klebematerial. „Natürlich werden wir beim Abbau des alten Rasens auch den Untergrund begutachten“, versicherte Schulten.

Da die Erneuerung und zwischenzeitliche Ausbesserung der Kunstrasenplätze absehbar war, wurden vorsorglich Rücklagen gebildet. 1,378 Millionen Euro haben sich dafür mittlerweile auf der hohen Kante angesammelt. Das reicht aber nicht aus. „Für die derzeit zwölf Plätze brauchen wir insgesamt rund drei Millionen Euro“, rechnete Sportdezernentin Dagmar Becker den Sportausschuss-Mitgliedern vor. „Wir werden nach und nach sanieren müssen und Schritt für Schritt schauen, welcher Platz wann drankommt“.

Weggefallen aus dieser Rechnung ist der Kunstrasenplatz am Hermann-Löns-Weg im Zuge der Bebaung des Stadiongeländes. Ein Ersatzneubau dafür ist an der Höher Heide in Aufderhöhe geplant.

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