Mettmann Neandertaler Zu Gast bei den Vormenschen

Tipp : Zu Gast bei den Vormenschen

Es gibt wohl kaum einen Schüler im Kreis, der das Neanderthal-Museum in Mettmann noch nicht besucht hat.

Im Jahr 1996 zog das Neanderthal Museum von seinem bisherigen Domizil im Wald in das großzügige neue Gebäude direkt an der Verbindungsstraße von Mettmann nach Erkrath.


Warum hingehen? Nicht nur für besonders an der Frühgeschichte der Menschheit interessierte Besucher bietet das Museum zahlreiche Möglichkeiten, einen interessanten und kurzweilen Tag zu verbringen. Durch das im Eintrittspreis inbegriffene Audiosystem können sich die Besucher nach ihren persönlichen zeitlichen Bedürfnissen durch die Ausstellung führen lassen. Ein treppenloser Rundgang, der sich in dem nahezu ovalen Gebäude emporwindet, ermöglicht einen Gang durch die verschiedenen Epochen der Menschwerdung, wobei jedoch auch soziale und kulturelle Themengebiete herausgestellt werden.

Hinter den Kulissen des Neanderthal-Museums: Bärbel Auffermann zeigt die Schädelsammlung der Steinzeitwerkstatt. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Infotafeln und Videoinstallationen ergänzen die Ausführungen des Audioguides. Besonders anschaulich wird das Leben der Neandertaler durch die lebensgroßen Nachbildungen, die Szenen aus dem Alltag dieser Frühmenschen darstellen. Regelmäßige Veranstaltungen wie eine Taschenlampenführung, ein Bogenbau-Workshop oder die Bestimmung steinzeitlicher Funde durch Experten setzen besondere thematische Höhepunkte. Auch für Hundebesitzer hat sich das Team des Neanderthal Museums etwas einfallen lassen.

Neue App. Foto: Museum

Wen treffe ich im Museum? An jedem ersten Freitag des Monats dürfen zum sogenannten Doggy Day zwischen 14 und 18 Uhr Hunde mitgebracht werden. Auch die wechselnden Sonderausstellungen machen die Welt der Neandertaler erlebbar. Derzeit wurde hier das „Forscherlabor Archäologie“ aufgebaut. Kleine Forscher haben die Möglichkeit, in dafür vorgesehenen Sandkästen steinzeitliche Funde auszugraben und auch gleich im Labor zu analysieren. So wird nicht nur die Arbeit der Archäologen vorgestellt, sondern auch ein ganz praktischer Einblick in die Vergangenheit gewährt. Das Museumscafé bietet mit seinen Glasfronten wunderschöne Ausblicke ins Grüne und im Museums-Shop gibt es neben interessanten Büchern und steinzeitlichen Spielsachen auch Wanderkarten für das nahe Neandertal. Denn auch rund um das Museumsgebäude gibt es viel zu erleben. Im ehemaligen Museumsgebäude im Wald ist eine Steinzeit-Werkstatt untergebracht, die zahlreiche Workshops für Kinder anbietet.

Links: Museumsleiterin Bärbel Auffermann zeigt die Schädelsammlung der Steinzeitwerkstatt. Mitte: Modell des Aussichtsturms, der die Fundstelle in Zukunft attraktiver machen soll. Rechts: Eine neue App hilft Sehbehinderten beim Besuch des Museums. Foto: Neanderthal Museum

Was muss ich sonst noch wissen? Direkt am Museum beginnt der Kunstweg „Menschenspuren“ mit zehn Kunstwerken. Er grenzt direkt an das Eiszeitliche Wildgehege, in dem neben den gewaltigen Wisenten auch Tarpane – graubraune Urzeit-Pferde – zu sehen sind. Rund 400 Meter vom Museum entfernt ist die Fundstelle des Neandertalers. Die „Feldhofer Grotte“, in der 1856 die Überreste des Frühmenschen gefunden wurden, wurde durch den Kalkabbau zerstört. Heute ist der Fundort des berühmten Neandertalers parkähnlich gestaltet.

Was ändert sich in der Zukunft? Die Fundstelle soll mit einem Aussichtsturm aufgewertet werden – 19 Meter hoch hinaus zur ehemaligen Lage der Feldhofer Grotte soll es den Plänen der Stiftung Neanderthal Museum nach gehen. Über eine Doppelhelix-Konstruktion gelangen Besucher dann barrierefrei zur Spitze, die von einem Riesenmodell der Schädelplatte des Neandertalers gekrönt wird. Digital-Fernrohre sollen den Blick auf Darstellungen des Orts zur Eiszeit oder im 19. Jahrhundert ermöglichen. Das gesamte Projekt trägt den Titel „Höhlenblick“.

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