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Solingen: Autofahrer ignorieren Sperrung in Stöcken

Erneuerung der Fahrbahn in Stöcken : Autofahrer ignorieren Sperrung

Straßen NRW und Stadt erneuern auf 950 Metern die Fahrbahn. Trotz Beschilderung werden viele im Nadelöhr zu Falschfahrern.

Das Bild wiederholt sich. Von der L 74 aus Wuppertal kommend, halten Autofahrer vor der Sperrung in Kohlfurth. Dann wird sie umfahren und es geht am Café Hubraum vorbei bis zur Baustelle. Doch die Straße Stöcken wurde Montag zur Einbahnstraße, die Fahrbahndecke wird saniert. Jetzt heißt es für die Falschfahrer: Drehen und sich vorsichtig in den Gegenverkehr, der aus Solingen kommt, einreihen.

Dirk Langenberg schüttelt den Kopf als ein kleines Auto an den Baken vorbeifährt, das Schild „Sackgasse“ wird ignoriert. Der Betriebsleiter der Landesbehörde Straßen NRW kennt das von anderen Baustellen. „Die Leute vertrauen mehr auf ihr Navigationsgerät als auf die Schilder, die wir aufstellen.“ Außerdem seien die Autofahrer viel egoistischer als früher. „Man glaubt nicht, wie rücksichtslos manche sogar durch Unfallstellen fahren.“

In Solingen arbeitet er mit Matthias Klapper von den Technischen Betrieben zusammen. Land und Stadt sanieren seit Beginn der Woche auf 950 Metern Länge die Fahrbahndecke der dicht befahrenen Straße Stöcken. Man habe geprüft, ob man mit einer Baustellenampel Gegenverkehr möglich machen könne. „Nach unseren Berechnungen hätte es Rückstaus bis zum Schlagbaum gegeben“, erklärt Klapper. Die Sperrung erlaube ein sehr schnelles Vorgehen. Zunächst wurde der alte Asphalt abgefräst. Die Schachtabdeckungen müssen teilweise auf ein anderes Niveau angehoben werden, damit sie mit der neuen Fahrbahndecke harmonisch abschließen. Sinkkästen seien kontrolliert wurden. Was kaputt war, das habe man ausgetauscht, berichtet Klapper. Auch neue Leitplanken habe man verschraubt, ergänzt Dirk Langenberg. Das alles sei im Vorfeld geplant worden, um pünktlich in zwei Wochen fertig zu sein. Schneller gehe es nicht, berichten beide. So bleibt es beim geplanten Baustellenende am Montag, 31. Juli. „Dann wird morgens der Verkehr freigegeben“, erklärt Klapper. Man brauche so lange, weil die neue Fahrbahndecke auskühlen müsse, erläutert Langenberg.

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Am Mittwoch rollen die Fahrzeuge an, mit denen neuer Asphalt aufgebracht wird. Für die 950 Meter benötige man drei Tage, erklärt Klapper. Beide hoffen, dass das trockene Wetter anhält. Der neue Fahrbahnbelag halte dann etwa 10 bis 15 Jahre, ergänzt Langenberg. Das hänge alles mit der Belastung zusammen. Der alte Belag zeigte bereits viele Risse und Verwerfungen. Das habe ihn besonders laut gemacht. Der neue Asphalt sei auf zwei Dezibel weniger Lärm optimiert. „Das klingt nach wenig, bringt aber sehr viel“, sagt Langenberg.