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Serie Mein Solingen: Anziehungspunkt – Problembereich

Serie Mein Solingen : Anziehungspunkt – Problembereich

Der Stadtbezirk Mitte hat in den vergangenen Jahren einige positive Veränderungen erfahren. Insbesondere durch die Regionale 2006 entstand viel Neues. Negativ fallen Leerstände auf – und politische Rollen rückwärts.

Nach langem Hin und Her geht es einen Schritt nach vorne. Aber sobald sich die Gelegenheit ergibt, geht die Solinger Kommunalpolitik auch gerne wieder zwei Schritte zurück, weil eingegangene Kompromisse aus der Vergangenheit in neuem Licht erscheinen. Beim leidigen Thema Kreisverkehre am Dickenbusch  kann man dieses Musterbeispiel politischer Taktik genau beobachten.

Nachdem vor fünf Jahren nach langer Diskussion auf Initiative der CDU die Kreisverkehre einstimmig beschlossen worden waren, konnte das beschlossene Paket gleichwohl nicht umgesetzt werden, weil eine Landesförderung für dieses Verkehrsprojekt nicht zu erwarten war. Das Projekt verschwand sozusagen in der kommunalpolitischen Versenkung. Im Laufe dieses Jahres änderten sich indes die Förderkriterien – doch der damalige Beschluss fand längst nicht mehr alle Anhänger von 2013.

Einmal mehr ist Drehen im Kreis in der Stadtmitte angesagt, obwohl gerade in diesem Bereich Handeln angesagt wäre. Zumal mit der Entwicklung des Omega-Areals  und der angrenzenden Kieserling-Hallen das Verkehrsaufkommen in naher Zukunft steigen wird, wenn dort neue Gewerbebetriebe angesiedelt werden und Wohnungen entstehen. Immerhin: Nach der politischen Rolle rückwärts auf Kosten der Beamten im Rathaus soll nun eine erneute Prüfung zur Verkehrssituation rund um den Dickenbusch sowie an der Kreuzung Kölner Straße/Birkenweiher erfolgen, die eigentlich vor rund fünf Jahren geklärt schien. Aber so ist wohl Politik. Auch im einwohnermäßig größten Solinger Stadtbezirk, der insbesondere durch die Regionale 2006 eine Aufwertung erfuhr. Und hier hat sich auch die Politik durchaus Pluspunkte bei der Mitgestaltung verdienen können.

Der Südpark beispielsweise ist im Zuge der Regionale von einem „hässlichen Entlein“ zu einem Schmuckstück des Bezirks Mitte geworden. Der alte Hauptbahnhof wurde ersetzt durch zwei neue Bahnhaltepunkte an der Brühler Straße und der Grünewalder Straße. Im Bahnhofsgebäude selbst ist auch ein Institut der Bergischen Universität Wuppertal untergebracht. Die schmuddeligen Güterhallen von einst sind verschwunden – hier entstanden kreative Künstler-Ateliers. Auch ein bundesweit einzigartiges Museum, das Museum Plagiarius, hat im Südpark seinen Standort.

In der Stadtmitte ist aber auch ein neuer Busbahnhof entstanden sowie mit dem Hofgarten ein neues Einkaufszentrum. Die positiven Veränderungen sind deutlich sichtbar, gleichwohl aber auch die negativen. Während der Hofgarten am Neumarkt ein Publikumsmagnet ist, müssen sich die Clemens-Galerien am Mühlenplatz neu erfinden, um eine Zukunftschance zu haben.

Das gilt im Übrigen auch für die Geschäfte an der Hauptstraße. Der Leerstand auf der früheren Einkaufsmeile ist nicht zu übersehen,  und er wird weiter zunehmen. Denn der Kaufhof hat bereits seinen Abgang angekündigt – für Solingen und den Bezirk Stadtmitte ist das ein herber Verlust.

Feste Größen bleiben jedoch in Mitte: Zöppkesmarkt und Echt.Scharf.Solingen im August beziehungsweise September locken wieder tausende Besucher an.