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Rommerskirchen: Die Ziele der neuen Wirtschaftsförderin

Rommerskirchen : Die Ziele der neuen Wirtschaftsförderin

Bele Hoppe (24) hat soeben ihren Master gemacht und verfügt bereits über praktische Erfahrungen im Stadtmarketing.

Die längere Zeit offene Frage, wer die Nachfolge von Wirtschaftsförderer Johann J. Schmidt antreten wird, ist geklärt: Am 8. September beginnt Bele Hoppe ihre Tätigkeit im Wirtschaftsbüro des Rathauses. Dass sie nicht schon zu Monatsbeginn an ihrem Schreibtisch anzutreffen sein wird, hat einen guten Grund: Am 5. September findet an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Göttingen die feierliche Zeugnisausgabe statt. Bele Hoppe hat dort den Masterabschluss in Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement erworben, nachdem sie zuvor im Bachelor-Studium unter anderem Politikwissenschaft belegt hat.

Hoppe hat sie schon praktische Erfahrungen gesammelt. Im niedersächsischen Einbeck, ihrer Heimatstadt, war sie im Stadtmarketing tätig. "Ich habe mich insbesondere mit dem Leerstandsmanagement und der Frage beschäftigt, wie man Ortschaften wiederbeleben kann. Es ist eine Aufgabe, der ich mich auch hier gern annehme", sagt sie. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit in Rommerskirchen wird das Gewerbeflächenmanagement sein. Obenan stehen wird dabei zunächst die Vermarktung der noch freien Flächen im Mariannenpark. Schon in ihrer bisherigen Tätigkeit hat Hoppe Netzwerkarbeit geleistet und mit Verwaltungen konfrontierte Unternehmen betreut - ein Bereich, für den Johann J. Schmidt während des vergangenen Jahrzehnts stets ein besonderes Faible hatte. Der Wirtschaftsförderer hat seine Tätigkeit bei der Gemeinde nicht zuletzt deshalb bis zum Jahresende verlängert, um seine Nachfolgerin einarbeiten zu können. "Ich freue mich über das Engagement von Frau Hoppe und Herrn Schmidt, das lässt für die Zukunft hoffen", sagt Bürgermeister Martin Mertens.

"Es ist eine sehr angenehme Situation", beschreibt Bele Hoppe die Startbedingungen im Wirtschaftsbüro. Laut Mertens wird zum Aufgabenbereich der neuen Wirtschaftsförderin auch die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zählen. "Langfristiges Ziel ist es, dass man in Rommerskirchen nicht mehr zwei Autos haben muss", sagt der Rathauschef, wohl wissend, dass dies mehr als eine Wahlperiode benötigen wird, um zumindest tendenziell Realität zu werden. Dass dabei "dicke Bretter" zu bohren sind, weiß Wirtschaftsbüro-Leiter Elmar Gasten aus langjähriger Erfahrung. Ein kurzfristig ins Auge gefasstes Ziel ist "eine vernünftige Busanbindung an den Bahnhof", wie Gasten sagt.

In politischer Hinsicht wird Bele Hoppe insbesondere mit dem neu zugeschnittenen Ratsausschuss für Gemeindeentwicklung und Wirtschaft zusammen arbeiten. Und: Hoppe will eine Initiative zur Neugründung eines Wirtschaftsrings starten. Die bisherige Wirtschaftsinitiative Rommerskirchen (WIR) hatte sich nach knapp zwölf Jahren vor gut sechs Monaten aufgelöst. Für die neue Wirtschaftsförderin ist es "wichtig, dass sich Unternehmen und Bürger selbst organisieren". Bei Gesprächen mit den Rommerskirchener Kaufleuten will sie im Herbst die Chancen ausloten, ob eine Neugründung aussichtsreich ist. Was Bele Hoppe, die Ende September 25 Jahre alt wird und die es "der Liebe wegen" ins Rheinland verschlagen hat, an ihrer neuen Wirkungsstätte besonders beeindruckt hat, ist nicht zuletzt "die schöne Landschaft".

(S.M.)