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Rommerskirchen: Feinster Sonntags-Blues in Sinsteden

Rommerskirchen : Feinster Sonntags-Blues in Sinsteden

Die "Matchbox Bluesband" begeisterte gestern die Fans im Kreiskulturzentrum mit urwüchsigem Blues. Das Café Stüffje stellte Gerichte aus den US-Südstaaten auf die Speisekarte. Darunter Jambalaya - allerdings ohne Alligatoren-Fleisch.

Auch wenn er noch nicht ganz so alt ist, wie die seit 2003 laufende Blues-Reihe im Kreiskulturzentrum, gehört der "Blues Brunch" seit langem zu dessen populärsten Angeboten. Dennoch war gestern eine Premiere fällig: Bei der ersten Auflage des Rheinschen Kultursommers, als dessen "Propheten" die Kabarettisten Jürgen Becker und Martin Stankowski fungieren, war auch der "Blues on Sunday" Bestandteil des Programms.

Der Rheinische Kultursommer findet in Regie der Region Köln/Bonn statt, deren Vorsitzender Landrat Hans-Jürgen Petrauschke ist. Ungeachtet dessen war es angesichts des hochkarätig besetzten Kulturangebots keine Selbstverständlichkeit, dass "Blues on Sunday" mit von der Partie sein würde. "Wir mussten uns bewerben - und es hat eine ganze Weile gedauert", sagt Kathrin Wappenschmidt, die Leiterin des Kreiskulturzentrums.

Ulrich Weidenhaupt, "Programmdirektor" der Sinstedener Blues-Reihe, hatte mit der "Matchbox Bluesband" eine der renommiertesten Formationen Deutschlands verpflichten können. Klaus "Mojo" Kilian, einer der besten Blues-Harp-Spieler überhaupt, ist in Sinsteden ein alter Bekannter. Bei der Ausstellung "Blues Culture" wirkte er vor einigen Jahren als Berater mit. 2011 widmete er sich in einem musikalisch begleiteten Vortrag der nicht immer ganz stubenreinen "Sprache des Blues".

Ulrich Weidenhaupt ist verblüfft von Kilians profundem Wissen. "Er ist ein regelrechtes Lexikon" attestierte er dem Chef der "Matchbox Bluesband", der mit seiner Online-Kolumne "Kilians Plattenecke" für das Fachblatt "Bluesnews" bei Fans geradezu Kult ist.

Die den 220 vor dem kräftig wehenenden Wind unter der Remise Zuflucht nehmenden Zuschauern präsentierten Songs garnierte Klaus Kilian denn auch mit Anmerkungen zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte. Gemeinsam mit ihm auf der Bühne standen Sänger und Gitarrist Bernd Simon, Schlagzeuger Georg Viel sowie Kontrabassist und Sänger Wolfgang Lieberwirth. Zwei Stunden lang sorgten die Musiker für beste Laune beim Publikum, das auch gastronomisch nicht zu kurz kam. Ditmar Zachäus, Chef des "Café Stüffje" bietet beim Bruch passend zum in den US-Südstaaten entstandenen Blues auch Gerichte der dortigen Küche an. Gestern standen daher auch kreolische Hähnchenspieße auf roten Linsen mit Salat, Reis und einer Kokus-Curry-Soße sowie Jamabalya, das wohl bekannteste Gericht Louisianas, auf der Speisekarte. Jambalaya ist ein der spanischen Paella ähnelndes Reisgericht, bei dem im Original auch Alligatoren Zutaten liefern können - worauf Zachäus und sein Küchenteam jedoch wohlweislich verzichteten.

Beim Blues in Sinsteden gibt es jetzt erst einmal eine längere Pause, ehe am Samstag, 8. November, die "Ryhthm Chiefs" ein Gastpiel geben, die bei ihrem Einstand vor einigen Jahren "die mit Abstand jüngsten Musiker waren, die bisher hier aufgetreten sind", wie Ulrich Weidenhaupt sagt.

(NGZ)