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Rommerskirchen: Dötzdorf Allstars: Willie Goergens hört auf

Rommerskirchen : Dötzdorf Allstars: Willie Goergens hört auf

Der Frontmann der Rommerskirchener Bluesband verlässt die Gemeinde. Letzter Auftritt am 6. September in Frixheim.

Teile des technischen Equipments sind schon ausgeräumt, kommenden Dienstag wird der Probenraum von Willie Goergens letztmals als solcher genutzt. Nach 37 Jahren endet damit auch ein Stück Rommerskirchener Musikgeschichte, war Goergens Probenraum doch kein bloßes privates Refugium, sondern lange Zeit auch ein Treffpunkt für viele Musiker über die Region hinaus. Willie Goergens will sein Haus an der Vanikumer Straße verkaufen und im Herbst zunächst nach Dormagen ziehen.

Beim Bikertag rund um die Frixheimer Kreuzkirche wird es am 6. September den letzten Auftritt der "Dötzdorf Allstars" geben. "Danach wird der Name definitiv ad acta gelegt. Die Band wird es unter diesem Namen nicht mehr geben", sagt deren Frontmann, der die "Allstars" 2003 mitgegründet hat. Auftreten wird die Band in ungewohnter, Kennern dennoch recht vertrauter, Besetzung: Die beiden Bassisten Reinhard Stamm und Volker Simon sind nämlich "Allstars" der allerersten Stunde, während Schlagzeuger "Steve A." in gut zwei Wochen sein erstes und einziges Gastspiel unter diesem Label geben wird.

"Unsere Philosophien sind anders", sagt Willie Goergens mit Blick auf die zuletzt aktuelle Besetzung der "Allstars" mit Keyboarder Heinz-Jakob "Köbi" Knöchel, Schlagzeuger und Sänger Detlef Willkomm und Bassist Bernd Strefling, Seine bisherigen Mitstreiter setzten allzu sehr auf technische Perfektion, meint Willie Goergens. "Mir ist Perfektionismus zuwider. Blues ist einfach und funktioniert, wenn die Leute Spaß daran haben", sagt der 53-jährige Blues-Purist, der mit zehn Jahren seine erste Band gegründet hat und in jüngeren Jahren auch in Tanzbands aktiv war. Dennoch betont er: "Es ist kein Groll, sondern eine logische Konsequenz", die ihn dazu bewogen habe, einen Schlusspunkt zu setzen. Etwaige Namensstreitigkeiten fürchtet Goergens nicht: Sollte das bisherige Team den Namen "Dötzdorf Allstars" beibehalten wollen, wäre es ihm gleichgültig, wie er sagt. Die "Allstars", die in Spitzenzeiten auf gut 40 Auftritte - insbesondere im Köln-Bonner Raum bis nach Jülich und Aachen - kamen, hatten 2011 zwei CDs veröffentlicht.

2012 legten sie eine gut anderthalbjährige Pause ein und feierten im November 2013 im Knechtstedener Klosterhof ein Comeback. Goergens will jetzt mit seinem Musikwissenschaft studierendem Sohn Aaron in Dormagen ein Studio einrichten, "in dem Nachwuchs-Musiker ihre Sachen unter halbwegs professionellen Voraussetzungen aufnehmen können", sagt er.

Wehmut ist natürlich auch im Spiel, wenn er an die vielen tausend Stunden Musik denkt, die es in seinem Probenraum gegeben hat. Anfang der 1980er Jahre lebte er knapp sechs Jahre in Köln und Wevelinghoven, ansonsten hat Goergens stets in Rommerskirchen gewohnt. Dort amtiert er als (natürlich inoffizieller) "Bürgermeister von Dötzdorf". Das Benefizkonzert zugunsten bedürftiger Kinder, das 2013 auf seine Initiative hin eine Premiere erlebte und im November eine Neuauflage erfahren soll, will er auch über 2014 hinaus mitorganisieren.

(S.M.)