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Rommerskirchen: Auch in Mouillerron ist das Geld knapp

Rommerskirchen : Auch in Mouillerron ist das Geld knapp

Die Jubiläumsfahrt in die französische Partnergemeinde war auch eine Inspiration für Rommerskirchens Politiker.

Die sich zum zehnten Mal jährende "Gegenunterzeichnung" der Partnerschaft zwischen Mouilleron le Captif und Rommerskirchen dürfte allen Beteiligten in nachhaltiger Erinnerung bleiben. Und das nicht nur, weil 70 Mitreisende in die Partnerstadt die größte bisherige Teilnehmerzahl war, über die sich Ursula Loux- Schorsch, die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, freuen konnte. Sie wird nicht müde, von der Gastfreundschaft der Franzosen zu schwärmen: "Die haben sich wieder toll ins Zeug gelegt." Dies gilt auch für das Kulinarische: Aus Anlass des Jubiläums hatten die französischen Gastgeber eine vierstöckige Hochzeitstorte kreiert.

Mit von der Partie waren auch zahlreiche Politiker, an ihrer Spitze Bürgermeister Albert Glöckner. "Es war ein Kurzurlaub bei Freunden. Französische Lebensart, Wiedersehensfreude und ein vielfältiges Programm ließen die Zeit viel zu schnell vergehen", urteilt Glöckner begeistert. Beeindruckt hat ihn neben dem Besuch von St. Gilles-Croix-de-Vie nicht zuletzt das im Herbst 2012 eingeweihte "Vendespace": Die Gemeinde Mouilleron le Captif verfügt damit über einen großen Sport- und Kulturkomplex, in dem Theateraufführungen stattfinden und Konzerte abgehalten werden können. Auch überregionale Sportmeisterschaften finden dort statt.

Ein Höhepunkt war aus der Sicht des Bürgermeister die feierliche Soirée zum Abschluss des Besuchs: "Fast wie bei einem Varieté wechselten die einzelnen Gänge des Essens mit musikalischen und tänzerischen Darbietungen ab."

Aus Sicht des SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Mertens war die Diskussion beider Gemeinderäte besonders interessant, bei der es um Zukunftschancen und Probleme der Vendée ging. "Hinsichtlich der Kommunalfinanzen gibt es ähnlich schwierige Rahmenbedingungen wie im Rhein-Kreis Neuss", sagt Mertens. Zwar profitiere Mouilleron le Captif von einem größeren örtlichen Unternehmen und verfüge daher über einen ausgeglichenen Haushalt. "Zugleich ist aber die Arbeitslosigkeit leicht höher und der Kaufkraftstandard etwas niedriger als bei uns", sagt Mertens.

In den vergangenen drei Jahren habe sich die Gemeinde noch mehr entwickelt, wie er mit Blick auf das weiter vergrößerte Gewerbegebiet und die Ansiedlung neuer Unternehmen feststellt. "Die Gestaltung der Grünanlagen unserer französischen Freunde ist beeindruckend. Es wurde ein wunderbarer, öffentlich zugänglicher Park mit Wasserflächen angelegt", so Mertens. Bäume an den Straßenrändern und öffentliche Blumenbeete sind für ihn "eine finanziell überschaubare Investition mit hervorragenden Folgen für das Erscheinungsbild des Orts". Auch CDU-Bürgermeisterkandidat Michael Willmann, der erstmals in der Partnergemeinde war, fühlte sich durch den Besuch inspiriert: "Ich habe bereits einige Kontakte geknüpft. Vielleicht lassen sich ja künftig aus der Partnerschaft ein paar Euro für Rommerskirchen generieren", sagte Willmann.

Für CDU-Fraktionschef Stephan Kunz trägt die Städtepartnerschaft immer noch Früchte. "Sowohl im freundschaftlichen Miteinander, im kulturellen Bereich, aber auch auf politischer Ebene habe ich viele neue Eindrücke gewonnen", sagt er: "Schön war, dass viele Kinder teilgenommen haben, denn sie sind es, die diese Freundschaft hoffentlich über viele Jahrzehnte aufrecht erhalten. Das sollte unser Ziel sein."

Apropos Kinder: Beim nächsten Besuch soll die Abreise früher stattfinden, wie Ursula Loux-Schorsch sagt. "Wir hatten viele schulpflichtige Kinder dabei und sind leider erst kurz vor Mitternacht wieder in Rommerskirchen gewesen", erklärt die Chefin des Partnerschaftskomitees.

(NGZ/rl/url)