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Rommerskirchen will Wohnungsbau beschleunigen

Rommerskirchen und Rhein-Kreis kooperieren : Gemeinde will Wohnungsbau forcieren

Rommerskirchen soll Mitgründer einer „Service- und Koordinierungsgesellschaft für preisgünstigen Wohnraum im Rhein-Kreis Neuss“ werden. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke will Tempo machen.

Die Gemeinde möchte beim Thema Wohnungsbau gemeinsame Sache mit dem Rhein-Kreis Neuss machen. Ende März hatte der Kreistag parteiübergreifend und einstimmig die Gründung einer „Service- und Koordinierungsgesellschaft für preisgünstigen Wohnraum im Rhein-Kreis Neuss“ beschlossen, und Rommerskirchen soll zu den Gründungsgesellschaftern gehören. In der jüngsten Sitzung des Rommerskirchener Hauptausschusses betonte der als Gast eingeladene Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, dass es wichtig sei, die Gründung nun auch zeitnah anzugehen.

Petrauschke sprach dabei ausdrücklich den bevorstehenden Strukturwandel im Rheinischen Revier an: „Wenn wir Arbeitsplätze in der Region halten wollen, brauchen wir auch ein attraktives Umfeld mit guten Wohnungsangeboten.“ Wobei „gut“ auch heißen müsse: preisgünstig und bezahlbar. „Denn auch Normalverdiener sollen sich eine Wohnung leisten können“, betonte der Landrat.

Dass Handlungsbedarf besteht, hat eine Bedarfsanalyse ergeben, nach der allein in Rommerskirchen 744 Wohneinheiten gebraucht werden. In der geplanten Service- und Koordinierungsgesellschaft sind als Gesellschafter neben dem Rhein-Kreis interessierte Kommunen und deren Töchter vorgesehen. Rommerskirchen will mitmachen, Grevenbroich, Jüchen und Korschenbroich sollen auch bereits Interesse bekundet haben. Neuss und Dormagen gehen eigene Wege.

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Rommerskirchens Beteiligung liegt auch deshalb nahe, weil die Gemeinde in Deelen bereits ein gemeinsames öffentliches Wohnungsbauprojekt mit dem Rhein-Kreis Neuss gestartet hatte. Auch an dem Entwurf für den Gesellschaftervertrag war die Gemeinde als Teil einer Arbeitsgruppe beteiligt.

Zu den Aufgaben der Servicegesellschaft soll die Koordinierung von Bau- und Architektenleistungen gehören, die Wohnungsverwaltung und die Beratung zu öffentlich gefördertem Wohnraum. Auch private Auftraggeber sollen möglich sein. Als Vorteile wurden im Hauptausschuss genannt: ein schneller Start der Gesellschaft wäre möglich, keine Grunderwerbssteuer, geringes Risiko, weil die Fixkosten nicht hoch sind, und die Einbeziehung bestimmter Akteure am Wohnungsmarkt.

Bernd Kummerow von der NRW-Bank, der Förderbank des Landes, gab den Ausschussmitgliedern Einblicke in das Finanzkonstrukt der Gesellschaft. „Für Kommunen gebe es günstige Kredite“, schilderte der Experte. Die Höhe der Darlehen richte sich nach der bemessenen Schwierigkeit, in der jeweiligen Kommune eine günstige Wohnung zu finden. Da Rommerskirchen in Kategorie 4 (bedeutet hohes Mietniveau) eingestuft ist, wären Darlehen vergleichsweise günstig.

Verschiedene Finanzierungs- und Wohnformen sind laut Kummerow möglich; sie könnten auch kombiniert werden. Mischfinanzierung sei denkbar: Ein Teil des Wohnungsbaus könne frei finanziert werden, der andere Teil mit Fördermitteln. Und: Fachleute der NRW-Bank beraten Städte und Gemeinden zudem kostenlos u.a. zu Fördermöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit sowie Stadt- und Quartiersentwicklung.

Die Gemeindeverwaltung in Rommerskirchen bemüht sich seit geraumer Zeit um die Ausweisung von Bauland, auch in großen Bereichen (B477/Gill), inklusive Anteil an gefördertem Wohnraum. Das aktuell größte Neubaugebiet ist das Bahnhofsquartier in Eckum. Dort investiert das Unternehmen Bonova. Die schnelle Vermarktung der Häuser und Wohnungen bestätigt das große Interesse an Wohnraum in Rommerskirchen.