Rheinberger CDU schlägt eine zweites Parkdeck für den Kattewall vor

Innenstadtentwicklung in Rheinberg : Zweite Etage für Parkplatz Kattewall

Investor Aumund plant für die Kaiserstege ohne Tiefgarage. Politik stimmt finanziellem Ausgleich für fehlende Parkplätze zu. CDU schlägt zweite Parkebene für Kattewall vor.

Die ersten Planungen aus dem Hause Aumund für die historische Kaiserstege mitten in der Stadt, die vor gut einem Jahr vorgestellt worden sind, haben auf die Politik im Stadthaus offenkundig nachhaltigen Eindruck gemacht. So hat der Bauausschuss gegen seine bei Bauvorhaben im historischen Ortskern sonst übliche strenge Praxis für Umbau und Sanierung der teils denkmalgeschützten Gebäude an der Kaiserstege zugestimmt, insgesamt sechs erforderliche Parkplätze finanziell ablösen zu lassen.

Das hatte der Investor beantragt, weil sich die ursprüngliche Absicht, eine Tiefgarage zu bauen, nicht umsetzen lässt, und auch sonst kein Platz für Autos bleibt. Um grünes Licht für den inzwischen eingereichten Bauantrag zu bekommen, muss der Investor für die Befreiung rund 30.000 Euro zahlen.

Einhelliger Tenor in der politischen Debatte: Auch wenn die Parkplatznot in der City groß ist, dürfe so ein viel versprechendes Investitionsprojekt, das der Stadt bestens zu Gesicht stehe, nicht scheitern. Es gab einen einstimmigen Beschluss. Ein klares Signal für Investor Aumund.

Unabhängig davon gab’s eine aktuelle Vorlage mit einer ungewöhnlichen Idee, um zusätzlichen Parkraum im Zentrum zu schaffen. Die legte die CDU auf den Tisch. Geboren aus der Not, in der Fläche kaum Bewegungsfreiheit zu haben. Also, so der Gedanke der CDU, muss man eben mit den parkenden Autos in die Höhe. Ihr Vorschlag: Sie will für die Parkfläche am Kattewall ein zweites Geschoss errichten. Das sei „beileibe keine Schnapsidee“, sondern bereits in der AG Parken und Verkehr angedacht worden, hieß es in der Sitzung.

Gleichwohl versteht die CDU ihre Initiative auch als Angebot an den Investor, zusätzliche Parkmöglichkeiten für spätere Nutzer der Kaiserstege zu schaffen. Die Verwaltung soll vorfühlen, ob Unternehmer Aumund sich eventuell an der Realisierung ihrer Idee eines zweiten Parkgeschosses beteiligen möchte.

Grundsätzlich, so die Fraktion in ihrer Begründung, gehe es aber darum, dem Parkplatzbedarf bei Gottesdiensten in St. Peter oder publikumsträchtigen Veranstaltungen wie Abi-Feiern oder Theateraufführungen in der Stadthalle besser als zur Zeit gerecht zu werden. Die Union stellt sich eine „leichte Stahlkonstruktion“ vor. Optisch aufgewertet werden könne das stählerne Gerippe durch eine Bepflanzung. Vorteil dieser Variante sei es auch, dass sie nicht für die Ewigkeit konstruiert sei, sondern bei Bedarf jederzeit zurück gebaut werden könne.

Die meisten anderen Fraktionen reagierten grundsätzlich positiv auf den CDU-Vorschlag. Die SPD sieht zwar Probleme, weil eine erforderliche Rampe ebenerdig Parkplätze kosten werde und auch die Finanzierung ein Problem darstellen könne. Die FDP hält’s von der Stoßrichtung her für eine gute Idee, die aber optisch sicher nicht jedem gefallen werde.

Die Grünen lehnen Parkdecks nicht in Bausch und Bogen ab. „Aber nicht an dieser Stelle.“ In unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Vorzeigeprojekt mit historischer Bausubstanz sei so ein Stahlgerippe mit Blechkarossen ein ästhetischer Sündenfall.

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