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Ossenberg: Brillante Tiefen-Musik in historischen Gemäuern

Konzert in Ossenberg : Brillante Tiefen-Musik in historischen Gemäuern

Mit Werken von Beethoven bis Grieg faszinierten Lea Brückner und Roman Salyutov die Anwesenden im Ossenberger Schloss. Die junge Violinistin meisterte die Herausforderungen der Stücke mit beeindruckender Leichtigkeit.

In Zusammenarbeit mit dem Kevelaerer Verein „Wirksam“ kamen die Violinistin Lea Brückner und der Pianist Roman Salyutov zum ersten ihrer drei Konzerte im Rahmen der „MuziekBiennale“ in die Remise des Schlosses Ossenberg. Coronabedingt war die Teilnehmerzahl auf knapp dreißig Personen begrenzt. Die Musiker hatten das Programm unter den Titel „Tiefenbegegnungen in historischen Gemäuern“ gestellt – und präsentierten ein vielfältiges Programm.

Der erste Satz aus Beethovens „Sonate Nr. 7“ in C-Moll bot einen schwungvollen Auftakt voller mitreißender Energie mit grollendem Piano und sehnsuchtsvoll-emotionalen Linien von Brückner an der Violine. Ungemein flüssig, geprägt von Brückners enorm natürlichem Spiel, geriet der fünfte ungarische Tanz von Johannes Brahms.

Geradezu unfassbar entwickelten sich dann die „Variationen über ein Thema“ von Henryk Wieniawski, die mit fast orchestraler Wucht und anspruchsvoller Solokadenz „con gratia“ bis hin zum furiosen Finale zu den schwierigsten Stücke der Violon-Literatur zählen. Auch diese Herausforderung meisterte Brückner mit meisterhafter Leichtigkeit.

Mit der etwas swingigeren „Short Story“ von George Gershwin erfolgte der Stilbruch. Danach entführten die Musiker die Anwesenden in die „unseriöse“ Abendwelt eines Clubs am Pariser Montmartre mit „Blues“, dem zweiten Satz von Maurice Ravels Sonate für Violine und Klavier. Abschließender Höhepunkt war Edvard Griegs „Sonate Nr 3 c-moll“. Beiden Musikern gelang es, der von den dunklen Nächten Norwegens inspirierten Komposition Poesie, atmosphärische Tiefe und Weite zu verleihen.