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Hundeschwimmen in Rheinberg: Wenn Hunde zu Wasserratten werden

Hundeschwimmen im Rheinberger Freibad : Wenn Hunde zu Wasserratten werden

Einmal im Jahr öffnet Rheinbergs Freibad für Hunde und ihre Besitzer. Dann dürfen die Tiere auf dem Gelände toben, und Frauchen oder Herrchen nutzen die Gelegenheit für seltene Fotos. Wer den Termin verpasst haben sollte: Eine neue Chance kommt in einer Woche.

Vor drei Jahren fand im Rheinberger Underberg Bad der erste Hundeschwimmtag statt. Seitdem erfährt die Veranstaltung stetig wachsenden Zulauf. Darauf hat man jetzt reagiert, sagt Stefanie Kaleita von der städtischen Bäderverwaltung: „Aufgrund der enormen Anfrage bieten wir am kommenden Sonntag einen zweiten Hundeschwimmtag an.“

Hundebesitzer jammern nicht übers Wetter, und so vergnügten sich am vergangenen Samstag bei leichtem Nieselregen bereits eine Stunde nach Einlass 38 Hunde und 81 Menschen im Nichtschwimmerbecken, dem kleinen Planschbecken und auf den ausladenden Wiesen dazwischen. Nicht alle hatten einen Vierbeiner dabei. Nina Köhnen etwa war mit zwei Bewohnern der Lebenshilfe Viersen nach Rheinberg gekommen. „Weil wir Spaß an Hunden haben und die Besitzer hier so nett sind und die Hunde von uns streicheln lassen. Wir sind zwar nass geworden, aber es war sehr schön“, erklärt Heike Köster.

Kein Wunder, denn wenn der altdeutsche Schäferhund Rico aus dem Wasser kommt und seine lange braune Mähne schüttelt, wird das zu einer spritzigen Angelegenheit für die Umstehenden. Besitzer Gerburg Dicks ist zum dritten Mal dabei, und Rico weiß inzwischen ganz genau, was ihn erwartet. „Der macht mit seiner Vorfreude schon an der Kasse alle verrückt“, sagt der Annaberger. Mirielle Koch hatte im vergangenen Jahr zu spät von dem besonderen Schwimmtag erfahren und ihn sich deshalb lange vorgemerkt. „Dieses Schwimmbad hat einen ganz tollen Charme und das Hundeschwimmen ist ein klasse Saisonabschluss“, erzählt die Xantenerin, während ihr Golden Retriever Luigi dem nächsten Ball hinterher schwimmt. Auf der Wiese nebenan toben die Hunde, bis ihr Fell trocken ist. Dort kommen auch Vierbeiner wie Bella auf ihre Kosten, denn die Labrador-Appenzellerin geht nicht so gerne ins Nichtschwimmerbecken. „Der Untergrund ist für sie ungewohnt. Aber wir kommen trotzdem in jedem Jahr hierher, alleine schon, damit sie hier mit anderen Hunden rumtoben kann. Es ist schön, dass sich alle so gut vertragen“, erzählt Sandra Schmidt. Während sich die Hunde ausgelassen vergnügen, wird um sie herum geknipst, was die Speicherkarte hergibt. Kein Wunder, wann bietet sich schon mal die Gelegenheit, seinen Schützling derart glücklich und in Action abzulichten.

Wer anspruchsvolle Studioaufnahmen von seinem Hund haben möchte, kann sich an Sabine Kaisers wenden. Die Spezialistin für Hundefotos bietet in ihrem Kamp-Lintforter Studio Fotoshootings an. Ihr darf man sich auch mit einem ausgesprochenen Zappelphillip anvertrauen: „Mit Geduld und Leckerchen entstehen ganz tolle Aufnahmen“, sagt sie. Stundenlanges Schwimmen und Toben macht natürlich hungrig. Das weiß auch Holger Tissen vom Futterhof Orsoy und bietet seine Leckereien wie Rinderherzen, Hasenohren oder Lachs in der Nähe des Ausgangs an. „Die Hunde riechen das und bleiben hier stehen. Besonders auf Kokosbrocken sind sie ganz verrückt“ so Tissen.