Rheinberg: Brandstiftung im Bahnhof

Rheinberg: Brandstiftung im Bahnhof

Flammen im alten Rheinberger Empfangsgebäude: In der Nacht zu gestern kämpften 80 Feuerwehrleute gegen den Großbrand. Dennoch ist der Sachschaden enorm. Schätzungen liegen zwischen 80 000 und 250 000 ­.

Das frühere Empfangsgebäude des Rheinberger Bahnhofs wurde in der Nacht zu gestern durch ein Feuer schwer beschädigt. Die Ursache: Brandstiftung.

Gegen 1.20 Uhr hatten Anwohner bemerkt, dass es in einer Gaststätte, die mittlerweile in dem denkmalgeschützten Gebäude eingerichtet ist, brannte – für die Freiwillige Feuerwehr Rheinberg bedeutete das Großeinsatz. Als das erste von insgesamt 13 aus Rheinberg-Mitte und vom Standort Pelden ausgerückten Fahrzeugen am Einsatzort eintraf, schlugen die Flammen bereits aus den Fenstern. Mit 80 Kräften kämpfte die Wehr gegen das Feuer und wurde dabei von der Solvay-Werkfeuerwehr unterstützt. So gelang es, ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude verhindern.

Axt gegen Sicherheitsglas

Um sich den Weg ins brennende Erdgeschoss frei zu machen, mussten die Feuerwehrleute zunächst die großen Scheiben aus Sicherheitsglas überwinden. Selbst mit einer schweren Feuerwehraxt war das Glas nur mit Mühe zu knacken. Diese Stabilität hatte nach Spekulationen am Einsatzort möglicherweise aber auch eine positive Seite: Weil die Scheiben intakt blieben, bekam das Feuer nicht so viel Sauerstoff, um sich schlagartig im ganzen Gebäude auszubreiten.

Bei Tageslicht zeigte sich freilich, wie groß der Schaden trotz des raschen Feuerwehreinsatzes war: Das Treppenhaus im alten Bahnhofsgebäude – komplett zerstört; an der Treppe hatte sich auch ein Feuerwehrmann am Bein leicht verletzt; die historische Stuckdecke, eine handwerkliche Kostbarkeit von 1914 – erheblich beschädigt; die Theke – weggebrannt.

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Decke teilweise zerstört

Etliche Räume im Obergeschoss konnten gestern nicht mehr betreten werden, weil das Feuer die Decke zwischen Erdgeschoss und erster Etage teils vernichtet hatte. In dieser Decke hatte sich das Feuer geradezu fest gefressen: Gestern Vormittag musste die Feuerwehr noch einmal zum alten Bahnhof ausrücken, um dort ein Glutnest zu bekämpfen.

Die Schadenshöhe ließ sich gestern allenfalls grob beziffern. Erste Schätzungen liegen zwischen 80 000 und 250 000 Euro. Klarheit zur Ursache des Feuers gab es gestern am Nachmittag: Ersten Ermittlungen von Beamten der Zentralen Kriminalitätsbekämpfung zufolge handelt es sich um Brandstiftung. In Rheinberg war davon die Rede, dass das Feuer im Gebäude an mehreren Stellen zugleich ausgebrochen ist. Die Polizei beschlagnahmte den Brandort; die Ermittlungen dauern an.

Hinweise an die Polizei 02843 92760.

(RP)