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Fußball: Uedesheim kämpft mit Macht um seine Chance

Fußball : Uedesheim kämpft mit Macht um seine Chance

Lediglich drei Punkte trennen den Neuling in der Fußball-Oberliga vom womöglich rettenden 15. Platz. Heute Abend geht's zum VfB Homberg.

Nach der gefühlten Niederlage an Christi Himmelfahrt gegen den Cronenberger SC (2:2) war der Fußball-Oberligist SV Uedesheim klinisch tot. Zu niederschmetternd schien der Niedergang in Hälfte zwei, in der der Neuling ohne Not eine komfortable 2:0-Führung herschenkte. Doch das PCC-Stadion in Duisburg konnte heute Abend ab 19.30 Uhr zur Stätte der wundersamen Auferstehung werden, denn mit einem Sieg im Nachholspiel beim VfB Homberg würde sich der SVÜ auf den womöglich rettenden 15. Tabellenplatz verbessern.

"Auf dem Papier ist das nix, aber da stehen immer noch 90 Minuten vor", weiß Trainer Ingmar Putz. Und ein Kontrahent, der nur noch dann in Abstiegsgefahr geraten könnte, wenn ihm gleichzeitig der Himmel auf den Kopf fiele. Bis zur 0:1-Heimniederlage am vergangenen Mittwoch gegen Rhede hatte die Truppe von Coach Günter Abel um Goalgetter Almir Sogolj (18 Treffer) sechsmal in Folge nicht verloren und dabei vier Siege hintereinander gefeiert. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, fehlt den Linksrheinischen noch ein Punkt. Im Hinspiel waren es sogar drei gewesen, doch die Erinnerung an das 0:1 jagt Putz keine Angstschauer über den Rücken.

"Da hätten wir ein Unentschieden verdient gehabt." Dass er mit seiner Elf mitten im allergrößten Schlamassel steckt, grämt ihn nicht, "hier sollte keiner vergessen, wo wir herkommen", wohl aber die seiner Meinung nach unrealistische Erwartungshaltung im Umfeld des Klubs: "Die geht bei einigen schneller nach oben als Lucky Luke schießen kann."

Nichtsdestotrotz sitzt der Ex-Profi weiter fest im Sattel. "Egal, was passiert, Ingmar Putz, Thomas Drotboom und Micky Schneider sind auch in der kommenden Saison unsere Trainer", stellt der SV-Vorsitzende Klaus Haas klar. Kritik an seiner Arbeit — im Fokus steht vor allem die konditionelle Fitness der Mannschaft — lässt den Coach darum kalt: "33 Spiele waren wir körperlich genauso gut, oft sogar besser drauf als der Gegner. Warum sollte sich das jetzt auf einmal geändert haben?"

Die außergewöhnlich maue zweite Hälfte gegen Cronenberg hat er längst analysiert — und ist dabei zu folgenden Ergebnissen gekommen: Der bislang fast immer im Abwehrzentrum eingesetzte Adnan Hotic hatte zum ersten Mal in dieser Saison auf der viel laufintensiveren Sechser-Position im Mittelfeld gespielt. "Er muss sich erst noch daran gewöhnen, seine Kräfte richtig einzuteilen", sagt Putz. Dazu zeigten die ungewohnt fahrigen Samir Saysay und Andrej Hildenberg großartige Nehmerqualitäten. Putz: "Beide spielen mit gebrochenem Arm. Mich würde mal interessieren, wer das sonst noch machen würde."

Und schließlich, so der impulsive Coach weiter, seien auch gewaltige Gemüts- und Formschwankungen, selbst während einer Partie, im extrem nervenaufreibenden Kampf um den Klassenverbleib doch vollkommen normal — und das sogar ligaübergreifend: "Fortuna Düsseldorf ist in der Bundesliga doch das beste Beispiel: Sobald irgendwas nicht klappt, wenn es Rückschläge gibt, kommt sofort die Angst. So ist das eben nun mal im Sport."

(NGZ/rl)