Lokalsport: Perlenkette geht an Janine Beckmann

Lokalsport: Perlenkette geht an Janine Beckmann

Die 27-Jährige gewinnt gestern Abend auf der Galopprennbahn in Neuss den seit 1961 ausgetragenen Wettbewerb.

Es waren bange Momente für alle Beteiligten am Neusser Galopper-Markenprodukt "Preis der Perlenkette" gestern Abend bei ungemütlicher Witterung auf der Galopprennbahn am Hessentor.

Foto: Klaus-Jörg Tuchel

Die 27-jährige Janine Beckmann aus Sassenberg im Kreis Warendorf hat dann aber für Klarheit in der Gesamtwertung gesorgt und gewann mit 15 Punkten den seit 1961 ausgetragenen Damen-Wettbewerb. Das begehrte Schmuckstück sicherte sie sich durch den Sieg mit dem von ihr selbst trainierten fünf Jahre alten Wallach Tribesman, mit dem sie den Finallauf um das Harald von Gustedt-Rennen sicher mit fast zwei Längen vor Wink und Win mit der bislang punktlosen Nina Wagner, Power Star mit Olga Laznovska und dem lange führenden Giant Grizzly mit der Perlenketten-Siegerin von 2000, Hana Mouchova, gewann. Weil Olga Laznovska gestern im entscheidenden Rennen mit Power Star trotz aller Mühen knapp geschlagen Dritte war, wurde es nichts mit der zweiten Perlenkette seit 2012.

Die strahlende Janine Beckmann bei der Siegerehrung mit Brigitte Sieberts von der Albers & Sieberts Buchmacher Gesellschaft: "Im Ziel habe ich mich kurz umgeschaut, ob Olga Zweite oder Dritte war. Als ich sah, das sie Dritte war, wusste ich um meinen Punkt Vorsprung." Es war ihr 30. Sieg insgesamt, der erste Erfolg gelang ihr am 9. August 2009 mit Easytango auf der ungewöhnlichen Urlaubsbahn in Hooksiel an der Nordseeküste. Ihr Perlenketten-Pferd Tribesman ist ein preiswerter Import aus England, der über den für solche Fälle hierzulande kompetente mehrfachen Champion-Trainer Christian von der Recke an den kleinen Beckmann-Stall kam. Janine Beckmann gestand: "Er ist nicht ganz ehrlich. Deshalb haben wir ihn erstmals mit Scheuklappen laufen lassen." Diese Hilfsmittel dienen zur Steigerung der Konzentration auf das Wesentliche und zur Verhinderung von Ablenkungen. Aber auch die Scheuklappen hinderten ihn gestern nicht an einem Schlenker zur Seite, doch Janine Beckmann richtete ihn wieder gerade und strebte einem sicheren Sieg zu.

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Sie übt die Trainertätigkeit zu Hause hauptberuflich aus, gelernt hat sie beim ehemaligen Deutschlehrer Rudi Storp in Beelen und zu Beginn noch beim inzwischen verstorbenen Reinhard Johannsmann in Gütersloh. Tribesman hatte sich schon durch einen guten dritten Platz im ersten Lauf empfohlen und wurde dadurch auch zum Siegtipp des Fachblattes "Sport-Welt". Wer diesem "Hinweis" folgte, konnte an den Wettschaltern für zehn Euro Einsatz 41 Euro kassieren. Keine üble Verzinsung in der Zeit von 1:38,09 Minute für die 1500 Meter auf der trotz der starken Regenfälle ordentlich präparierten Piste.

Um das seit Jahren anhaltende Zittern um Gleichstände zu verhindern, wird es für 2019 eine zweifelsfreie Ausschreibung geben. Wie immer gab es für alle teilnehmenden Damen einen geschmackvollen Blumenstrauß und faire Glückwünsche und Umarmungen für Janine Beckmann, deren Vater sich als Besitzer von Tribesman und ihr Lebensgefährte am Rande der Bande mächtig mit der Reiterin und Trainerin freuten.

Von den vier geplanten Starts der Pferde des Neusser Trainers Axel Kleinkorres liefen nach der (geplanten) Abmeldung von Shoshona und Rich Roofer (Hufspalt) nur noch die Stute Simmy (Vorletze) im vierten Rennen und Mood Indigo, der auf zu kurzer Distanz von 1900 Metern im sechsten Rennen Vierter wurde. Mit dem Hengst Teajan gewann Robin Weber das erste und mit Khalet das vorletzte Rennen. Der achtfache Jockeychampion Andrasch Starke siegte im zweiten Rennen mit der Favoritin Rashiba.

(NGZ)