Lokalsport: Das Finale um den Preis der Perlenkette

Lokalsport: Das Finale um den Preis der Perlenkette

Wer heute Abend auf der Galopprennbahn am Hessentor das Rennen macht, ist völlig offen. Erster Start um 17.25 Uhr.

Wenn es nach der Prognose des Fachblattes "Sport-Welt" gehen würde, hieße die Siegerin im Damen-Wettbewerb um die Albers & Sieberts-Perlenkette im Harald-von-Gustedt-Rennen heute am letzten Renntag der Neusser Wintersaison 2017/2018 Janine Beckmann aus Sassenberg im Kreis Warendorf.

Die brave "Bibel" des deutschen Galopprennsports erscheint zwar im 131. Jahrgang, aber die Disziplin Wahrsagen zählt nicht zum Kerngeschäft. Die Experten des Blattes aus dem Deutschen Sportverlag in Köln haben im dritten Rennen heute um 18.30 Uhr (erster Start um 17.25 Uhr) den fünfjährigen Wallach Tribesman als Sieger getippt - im Sattel sitzt Janine Beckmann. Sie hat nach zwei Läufen fünf Punkte aufzuweisen und mit den zehn Punkten für einen Sieg heute wären es 15. Mit dem im Familienbesitz befindlichen Pferd belegte sie im ersten Lauf am 8. Februar den dritten Platz hinter Power Star mit Olga Laznovska und Voices of Kings mit Maike Riehl. Heute haben sich die im Galopprennsport elementar wichtigen Gewichtsverhältnisse zugunsten von Tribesman verschoben und ein Kilogramm Blei macht sich in diesem Sport durch eine Länge im Ziel bemerkbar. Es gibt den alten Spruch: Gewicht bringt Pferd und Esel zusammen.

Die "Sport-Welt" tippt an zweiter Stelle jenen Wallach Voices of Kings, der vor gut vier Wochen Zweiter war. Ihn reitet wieder Maike Riehl, die sechs Punkte auf dem Konto und mit weiteren sechs Punkten dann auf zwölf Zähler käme. Nach der Einschätzung des Fachblattes wird Power Star mit Olga Laznovska Dritter. Das wären vier Punkte für in Dormagen lebende Perlenketten-Siegerin von 2012 und es wären insgesamt 14 Punkte. Dann ist da noch Giant Crizzly mit der Saarbrücker Tschechin Hana Mouchova, die ebenfalls sechs Punkte erkämpft hat. Gegen dieses Pferd spricht die heutige Distanz von 1500 Metern, denn der gute zweite Platz am 27. Februar kam über 1900 Meter zustande. Das ist auf dem kurvigen Neusser Hippodrome schon eine Welt.

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Das sind Einschätzungen nach fundiertem Fachwissen und den vorhandenen Möglichkeiten nach den zuletzt gezeigten Leistungen der Pferde. Nicht berücksichtigt sind die Rennverläufe mit allen Unwägbarkeiten von Behinderungen und anderen Zwischenfällen. Unkalkulierbar ist die Tagesform der Pferde, ihre Laune oder Unlust. Es klingt banal, aber auch die über rund 300 Jahre auf Geschwindigkeit gezüchteten Pferde der edlen Rasse Vollblut mit den drei arabischen Urvätern Darley Arabian, Godolphin Barb und Byerley Turk können nicht sprechen. Wobei rund 80 Prozent aller Vollblüter weltweit in der Abstammung auf den um 1700 in Syrien geborenen Darley Arabian zurückzuverfolgen sind.

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg ist auch das Können der Reiterinnen. Hier punktet Olga Laznovska, die schon beim Sieg mit Power Star im ersten Lauf brillant ritt. Sie setzte den Speed des Pferdes zum exakt richtigen Zeitpunkt ein und behielt immer die Nerven. Janine Beckmann kann unter dem Strich da nicht ganz mithalten, Maike Riehl fehlt die Routine und Hana Mochuva hat in letzter Zeit nur wenig in Rennen geritten. Es hätte allerdings Charme, wenn sie nach 2000 und damit 18 Jahren Abstand das begehrte Schmuckstück umgehängt bekäme. Der Rekord von Vicky Furler mit fünf Siegen bleibt ohnehin noch lange bis ewig bestehen. Der heute 54 Jahre alten Tochter des zumindest in diesem Sport zur Legende gewordenen ARD-Journalisten Adolf Dante Josef Furler ( 2000) wurden die Perlenketten allerdings schon vor Jahren bei einem Einbruch gestohlen.

(NGZ)