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Jüchen: Organspende rettet Jüchenerin das Leben

Jüchen : Organspende rettet Jüchenerin das Leben

Ulrike Montini (44) erhielt vor vier Jahren eine neue Leber. Seitdem engagiert sich die vierfache Mutter für die Organspende.

Vor fast genau vier Jahren wurde Ulrike Montini "neu geboren" — auch wenn die Jüchenrin bereits 44 Jahre alt ist. Doch am 3. Juli 2009 erhielt Montini eine neue Leber, da ihre nach einer akut verlaufenden Infektion mit Hepatitis B zerstört war. "Vier Tage lagen zwischen der Diagnose und dem Leberversagen", erinnert sich die vierfache Mutter.

Nicht nur für sie war es eine Gefahr, denn Ulrike Montini war in der 33. Woche schwanger. Schnell wurde im Krankenhaus ein Notkaiserschnitt gemacht. Wer die kleine Amelie heute sieht, ahnt nichts von ihrer risikoreichen Geburt; sie ist ein lebendiges, glückliches Kind, das langsam anfängt zu verstehen, unter welchen Umständen sie zur Welt gekommen ist.

In Deutschland warten derzeit rund 12 000 Patienten auf eine Organtransplantation. Pro Tag sterben drei Menschen, weil kein passendes Organ gefunden wurde. Ulrike Montini hatte Glück: "Innerhalb von acht Stunden wurde eine Leber für mich gefunden, denn ich hatte die höchste Notfallstufe durch ein zusätzliches Nierenversagen." Nach der Transplantation dauerte es noch einige Monate, in denen die Jüchenerin zur Dialyse musste. "Ich bin so dankbar. Ich kann das Glück kaum fassen, dass ich gerettet wurde", meint die 44-Jährige.

Seitdem engagiert sich die 44-Jährige in der Selbsthilfe des Vereins "Lebertransplantierte Deutschland" und wirbt für die Organspende nach dem Tod. Jetzt ist sie für Betroffene, Angehörige und Interessierte im Großraum Düsseldorf Ansprechpartnerinnen. Immer wieder erfährt sie, wie wichtig Informationen sind: "Viele Menschen fühlen sich schlecht informiert über das Thema Organspende", sagt Montini. Ihr Ziel sei es, mit weit verbreiteten Gerüchten aufzuräumen und den Menschen die Angst vor Transplantationen zu nehmen — denn durch Organübertragung könne anderen Menschen das Leben gerettet werden.

"Für viele ist es verständlicherweise schwierig, sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen", sagt Montini. Ihnen falle es auch die Vorstellung schwer, dass dem eigenen Körper Organe entnommen werden. Auf dem Papier Organspender zu werden, ist unkompliziert: "Man erhält lediglich einen Spendenausweis, mit dem man sich zu der Organspende nach dem Tod bereiterklärt. Wenn man sich anders entscheidet, vernichtet man diesen einfach", erläutert die Jüchenerin. "In jedem steckt ein Lebensretter." Nahezu jeder kann ab dem 16. Lebensjahr Organspender werden. Ein Höchstalter gibt es nicht, wohl aber Ausschlusskriterien wie eine HIV-Infektion, eine frische Blutvergiftung oder einen frisch streuenden Tumor. Eine Spende ist erst möglich, wenn der Hirntod des Patienten festgestellt wurde. Wurde die Entscheidung für eine Organspende zu Lebzeiten nicht getroffen, müssen Angehörige dies übernehmen.

Um das zu vermeiden, gibt es die Möglichkeit, auf dem Organspenderausweis ein "Nein" anzugeben. Es war jedoch ein kleines Kreuzchen neben dem "Ja", das der vierfachen Mutter Ulrike Montini vor vier Jahren das Leben rettete. Sie ist noch heute dankbar —- für ihr neues Leben, das am 3. Juli 1999 begann.

(vest)