1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Motorsport: Simone Schuft zahlt beim Debüt Lehrgeld

Motorsport : Simone Schuft zahlt beim Debüt Lehrgeld

Rennbootfahrerin aus Neuss wird beim ersten Lauf der Formel 2-Weltmeisterschaftsserie in Schweden disqualifiziert.

Mit großen Erwartungen war Simone Schuft ins erste Rennen der "Formel 2 Circuit WM-Serie" gegangen — Erwartungen, die sich für die Powerboat-Fahrerin aus Neuss in Stockholm freilich nicht ganz erfüllten. Zwar erreichte sie im Team des erfahrenen Piloten Rupp Temper aus Österreich den angepeilten Mittelfeldplatz, doch zuvor war sie wegen eines Verstoßes gegen das Reglement aus der Wertung genommen worden.

Dabei hatte die 38 Jahre alte Neueinsteigerin einen guten Start erwischt, sich bis zu ersten Wendeboje unter insgesamt 23 Booten vom zehnten auf den fünften Rang nach vorne gearbeitet. "Um eine Kollision zu vermeiden, musste ich dann jedoch einen Fahrfehler in Kauf nehmen", so die Neusserin. "Eine Reglementverletzung, die die Disqualifikation zur Folge hatte." Ein Fauxpas, der ein recht verkorkstes Debüt krönte.

Denn um ein Haar wäre das Rennen gar nicht gestartet worden. Heftiger, böiger Wind, sehr raues und welliges Wasser und wolkenbruchartige Regenfälle hatten bereits am ersten Tag der Veranstaltung zur Absage des vorgeschalteten Showprogramms (Match Race und Speed Record Trial) gesorgt. Das eigentliche Rennen wurde schließlich in den Abend verlegt. Schuft: "Aber die Rennleitung gab uns Newcomern direkt zu verstehen, dass wir uns keine Hoffnungen auf überragende Leistungen machen sollten." Ohnehin war sie zunächst zur Tatenlosigkeit verurteilt, denn für das freie Training stand ihr 225 PS starkes Boot wegen technischer Probleme nicht zur Verfügung.

"Die beiden anschließenden Zeittrainings habe ich dann zu Abstimmungsarbeiten mit dem Boot und zum Testen der Propeller genutzt." Im ersten Qualifikationsrennen reichte es somit nur zu Platz 19. "Aber die Anpassungen hatten durchaus Sinn gemacht. Im freien Training am Renntag konnte ich mehr Performance abrufen und rutschte in der Zeitliste noch auf den zehnten Platz nach vorne."

Das aufgepeitschte Wasser jagte der Pilotin keine Angst ein. "Mit Wind und Wellen, das habe ich erst vor vier Wochen beim legendären 24-Stunden-Rennen von Rouen gezeigt, komme ich absolut gut zurecht." Trotzdem ließen die Platzhirsche ihre Muskeln spielen und pfiffen die Neueinsteiger an den im Wasser verankerten Bojen immer wieder zurück. Schuft: "Während ich auf den Geraden enorm schnell unterwegs war, rief man mir und meinen Kollegen an den Bojen stets zu, den erfahrenen Piloten gefälligst Platz zu machen. Damit waren wir da natürlich automatisch im Nachteil. Aber so läuft das eben."

Die Lust am Abenteuer ist ihr freilich nicht vergangen. Sie wird wiederkommen. "Ganz klar, Fahrstrategie und -taktik sind hier auf einem deutlich höheren Level, aber ich habe viel dazugelernt. Fahrerisch war mit dem neuen Gerät eine schnelle Verbesserung, ein schnelles Eingewöhnen möglich. Darum schaue ich nach vorne. Ich bin optimistisch, dass ich im nächsten Rennen einen Zacken zulegen kann."

(NGZ/rl)