Kanu: Gleinert fährt bei Kanu-EM auf Rang fünf

Kanu : Gleinert fährt bei Kanu-EM auf Rang fünf

Dass es in Portugal im deutschen Kajak-Vierer nicht zu einer Medaille gereicht hat, grämt den Holzheimer keineswegs.

Es muss nicht immer eine Medaille sein. Als die NGZ Robert Gleinert gestern Mittag im portugiesischen Küstenstädtchen Montemor-o-Velho an die Strippe bekam, erwischte sie den 24-Jährigen beim ganz entspannten Bierchen mit seinen Teamkollegen Martin Hollstein (Neubrandenburg), Kostja Stroinski (Berlin) und Kai Spenner (Essen). Gut zwei Stunden zuvor hatten die Vier bei den Kanu-Europameisterschaften Platz fünf im Kajak-Vierer über 1000 Meter belegt. "Und damit sind wir zufrieden", sagt der in Berlin lebende Holzheimer.

Edelmetall war für das deutsche Flagschiff, das bei einer EM zuletzt 2010 Gold geholt hat, nämlich nicht drin — noch nicht. "Wir haben im Rennen genau das gezeigt, was wir nach vierwöchiger Vorbereitung bringen können", fasst Gleinert zusammen, "das ist der Status quo". Im Gegensatz zu den hektischen Vor- und Zwischenläufen konzentrierte sich der im Frühjahr komplett neuzusammengestellte deutsche Vierer im Finale auf einen ruhigen und langen Schlag. "Ich habe mich gut gefühlt, hatte die ganze Zeit Power auf dem Blatt", sagt Gleinert, der an Position vier im Boot sozusagen im Maschinenwagen sitzt. "Als aber nach 600 Metern was passieren hätte müssen, passierte nichts. Das lag aber nicht daran, dass wir nicht mehr konnten — die anderen Boote waren einfach besser."

Oder eben weiter in der Vorbereitung, ergänzt er: "Die sind uns noch voraus, sind eingespielter. Wir verstehen uns prächtig und waren besser als gedacht, aber bis im Boot alles harmoniert, dauert es halt eine Weile." Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft vom 27. August bis 1. September auf der Regattabahn in Duisburg-Wedau macht ihm der Auftritt in Portugal jedoch Mut: "Wir haben gesehen, dass wir auf Tuchfühlung mit der Spitze sind." In einer anderen Liga fahren für ihn momentan nur die Tschechen, "ein Superboot, die hätten wir nie bekommen", die sich gestern in 2:55,806 Minuten den Titel holten. Aber sowohl Portugal auf dem Silberrang (2:56,856) als auch die Ungarn, die in 2:57,711 Minuten Bronze abgriffen, und Spanien (2:58,606) sieht er in Reichweite für das deutsche Paradeboot (2:58,731). Der Rückstand sei in den zehn Wochen bis zur WM allemal aufzuholen, findet er. "Wir haben dazu ja noch fast den ganzen Sommer Zeit."

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Die beiden kommenden Monate, in denen die Athleten des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) so gut wie keine internationalen Wettkämpfe bestreiten werden, sind angefüllt mit knüppelharter Arbeit im konditionellen Bereich und ebenso intensiven Kraftblöcken. Eine Plackerei, der sich zumeist hinter den verschlossenen Türen des Bundesleistungszentrums Kienbaum östlich von Berlin abspielt. "Was wir alles auf uns nehmen, um eine Medaille zu bekommen, sieht keiner", sagt Gleinert. Sein Wunschfilm in der Kurzfassung: "Heim-WM, Vierer, Treppchen — ganz klar!"

(NGZ)
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