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Handball: NHV geht selbstbewusst ins erste Aufstiegsspiel

Handball : NHV geht selbstbewusst ins erste Aufstiegsspiel

In der bereits ausverkauften Rheinbacher Sporthalle will Trainer René Witte mit starker Abwehrleistung gute Basis für das Rückspiel schaffen.

René Witte ist Handballer mit Leib und Seele. Doch für die beiden Entscheidungsspiele um den Aufstieg in die Dritte Liga gegen Mittelrhein-Meister HSG Rheinbach-Wormersdorf bedient sich der 34-Jährige einer Anleihe bei Fußball-Altmeister Adi Preißler: "Entscheidend", sagt der Trainer des Neusser HV vor dem Hinspiel morgen (18.30 Uhr, Sporthalle Rheinbach), "ist auf dem Platz."

Will heißen: Alle taktische Vorbereitung auf den kommenden Gegner ist für die Katz', "wenn es uns nicht gelingt, mit dem Druck umzugehen". Trotzdem hat René Witte sich in gewohnt akribischer Manier mit dem morgigen Kontrahenten beschäftigt und ist dabei zu dem Schluss gekommen: "Das wird unser härtester Gegner der gesamten Saison."

Schließlich haben die Schützlinge seines Kollegen Dietmar Schwolow die Spielzeit in der Oberliga Mittelrhein mit nur vier Niederlagen abgeschlossen, zwei davon kassierten sie, als die HSG bereits als Meisterfeststand und es ein wenig an der nötigen Einstellung mangeln ließ. Das wird morgen in der bereits seit Tagen ausverkauften, knapp 600 Zuschauern Platz bietenden Sporthalle Rheinbach sicher anders aussehen: "Ein Sieg, egal in welcher Höhe, wäre schon ein echter Imagegewinn", hat Schwolow als Ziel für das erste Aufeinandertreffen der beiden Meister ausgegeben. Er weiß aber auch: "Wir haben nur eine Chance, wenn alle am allerobersten Limit spielen."

Das sieht René Witte nicht anders: "Wir müssen das Maximum abrufen. Rheinbach ist stark, aber nicht unschlagbar." Um das auch auf der Anzeigetafel zu dokumentieren, "wird das A und O die Deckung sein", nimmt Witte erneut Anleihe bei einer Trainerlegende. Denn dass Titel (und Aufstiege) in der Abwehr gewonnen werden, hat schon Alt-Bundestrainer Heiner Brand stets gepredigt. Gegen Rheinbach gilt das um so mehr, als der Mittelrhein-Meister um Torschützenkönig Mike Ribbe mit 31,6 Treffern pro Oberliga-Spiel als wahre Torfabrik daherkam. "Wir müssen deren erste Welle unterbinden", sagt Witte. Allerdings ist auch die Defensivabteilung der HSG nicht von schlechten Eltern: Ribbe und Dominik Gumke bilden "einen mächtigen Innenblock, der unserem körperlich überlegen ist", weiß der NHV-Trainer.

Verzichten muss Schwolow auf Rechtsaußen Christoph Grommes, für den Nachwuchsmann Niklas Adolph einspringt, der zuletzt wegen einer Bänderverletzung pausierende Spielmacher Jan Hamann sollte morgen dagegen wieder einsatzfähig sein. Bei den Neussern sind alle fit, nur Jens Todtenhöfer steigt erst heute ins Mannschaftstraining ein, da er beruflich in der Schweiz weilte.

Drei Dinge haben HSG und NHV übrigens gemeinsam: Beide setzen zum größten Teil auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, beide werden von einer Abteilungsleiterin (hier Andrea Ribbe, die Mutter des Torjägers, da Petra Schürmann) gemanagt – und beide wollen in die Dritte Liga.

(NGZ)