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Korschenbroich: Die Kirche will Grundstücke tauschen

Korschenbroich : Die Kirche will Grundstücke tauschen

Neben Verwaltung und Politik hat sich jetzt auch die Pfarre St. Dionysius bei der städtebaulichen Entwicklung Kleinenbroichs ins Spiel gebracht. An Vorschlägen mangelt es nicht, doch die finanziellen Mittel sind begrenzt.

Die städtebauliche Entwicklung ist ein fortlaufender Prozess. Gewisse Rahmenplanungen geben ihr eine Struktur. Eine solche wurde für Kleinenbroich zuletzt im Jahr 2000 formuliert. Auf einen SPD-Antrag hin befasst sich jetzt der Ausschuss für Stadtentwicklung und Planung mit einer Überprüfung und Fortschreibung.

An Vorschlägen mangelt es nicht, deren Umsetzung schränkt sich allerdings durch die begrenzten finanziellen Möglichkeiten der Stadt ein. Sinnvolle Maßnahmen sollten "als Synergieeffekt bei Straßen- und Kanalbaumaßnahmen oder anhand von Finanzierungsmöglichkeiten durch Dritte zu realisieren", heißt es aus dem Rathaus. Mit der katholischen Kirchengemeinde St. Dionysius hat sich neben Verwaltung und Politik nun auch ein weiterer Beteiligter selbst ins Spiel gebracht. "Es gibt einige Berührungspunkte zwischen kirchlichem und öffentlichem Interesse", sagt Reiner Tillmanns als Vertreter des Bauausschusses der Dionysius-Gemeinde.

Hintergrund ist das Kirchliche Immobilien-Management (KIM): Das Bistum Aachen wird demnächst nur noch die Kirche und die katholische öffentliche Bücherei unterhalten. Das alte Pfarrheim und der angeschlossene Saal sowie das Wohnhaus des Pfarrers werden aus dem KIM gestrichen. "Als Kirchengemeinde überlegen wir nun, ob und wie aus den eigenen Mitteln die Gebäude erhalten werden können oder ob sich ein Abriss und Neubau anbietet", so Tillmanns. Die Neugestaltung der Hochstraße (K4) spielt dabei eine bedeutende Rolle.

Weil die Kirche befürchtet, bei den bereits laufenden Planungen übergangen zu werden, wurde Rainer Tillmanns mit weiteren Vertretern aus der Gemeinde im jüngsten Planungsausschuss vorstellig. Zum einen befürchten sie den Verlust von Parkraum für die Besucher der Gottesdienste in St. Dionysius. Das gilt auch für die umliegenden Restaurants und Geschäfte. Darüber hinaus schlagen sie so etwas wie ein Tauschgeschäft vor, von dem beide Seiten profitieren würden. "Das Ehrenmal könnte auf das Kirchengrundstück versetzt werden, auf die Fläche des Ehrenmals würde dann der gegenüberliegende Spielplatz verlegt, so dass dieses Grundstück dann für eine öffentliche Planung verfügbar wäre", erläutert Reiner Tillmanns.

Zu einer Versetzung des Ehrenmals äußerte Albert Richter (SPD) im Ausschuss seine Bedenken, zeigte sich dem aber nicht grundsätzlich verschlossen. Eine von der Verwaltung angedachte Bebauung des Spielplatzes an der Bismarckstraße lehnt seine Fraktion dagegen strikt ab. Zu den weiteren Vorschlägen für die stadtbauliche Rahmenplanung in Kleinenbroich reichten die Fraktionen ihre Stellungnahmen ein. Die Notwendigkeit der Verbindung zwischen den beiden Geschäftsbereichen nördlich und südlich der Bahn hoben CDU, SPD und FDP nochmals deutlich hervor. Darüber hinaus beantragte die CDU-Fraktion eine Vertagung aufgrund von weiterem Beratungsbedarf. Dem kam der Ausschuss auch einvernehmlich nach.

(NGZ)