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Radsport: Lars Teutenberg fährt in Büttgen allen davon

Radsport : Lars Teutenberg fährt in Büttgen allen davon

Mit einer eindrucksvollen Vorstellung wiederholt der 42-Jährige seinen Vorjahressieg beim Büttgener Straßenrennen am 1. Mai.

Andreas Beikirch hat jetzt ein Problem: "Wenn der Lars das Rennen tatsächlich gewinnt, muss ich wohl auch noch mal mit dem Training anfangen", meinte der Sportliche Leiter des Büttgener Straßenrennens zehn Runden vor Schluss.

Ganz schön stolz: Die Türkische Jugend-Nationalmannschaft bejubelt den Sieg ihres Landsmanns Aytekin Tunahan bei der U17 vor dem Büttgener Lars Witte. Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Da hatten sich im Eliterennen zwei Fahrer mit bereits beachtlichem Vorsprung vom Rest des ursprünglich 60-köpfigen Starterfeldes abgesetzt. Mit dabei: Vorjahressieger Lars Teutenberg. Der Mettmanner, in jungen Jahren einst für den VfR Büttgen aktiv, danach oft Partner und noch öfter Konkurrent von Andreas Beikirch auf Bahn und Asphalt, wird am 2. September 43 Jahre alt – und ist damit ein halbes Jahr jünger als Andreas Beikirch.

Ganz in Gelb: Rennkommentator Christian Stoll und der Sportliche Leiter Andreas Beikirch im Retro-Look. Ganz schnell: Speedskater-Sieger Andreas Beulertz (v.r.). Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Dem blieb am Ende nur noch Kopfschütteln: Ob der Stärke von Teutenberg, der mit der Präzision eines Uhrwerks seine Runden abspulte und schließlich bis auf drei Fahrer dem gesamten Feld mindestens eine Runde abgenommen hatte. Und ob der vor allem taktischen Schwäche der Konkurrenten, allen voran jenen im Trikot des RV Blitz Spich. Denn die stellten in Alexander Weifenbach nicht nur den Fahrer, der sich mit dem Vorjahressieger abgesetzt hatte, sondern waren noch mit drei weiteren in der 16-köpfigen Spitzengruppe vertreten, die schon vor der "Halbzeit" des über 72 Kilometer führenden Rennens eine Runde (gleich 900 Meter) Vorsprung vor dem Hauptfeld herausgefahren hatten. "Mit deren Sportlichem Leiter würden der Andy und ich uns gerne mal unterhalten", meinte Rennkommentator Christian Stoll. Schließlich musste Teutenberg auf solche Teamunterstützung verzichten – und fuhr trotzdem die Konkurrenz in Grund und Boden. "Die Form stimmt, und ich wollte das Ding unbedingt gewinnen", lautete die ebenso einfache wie stimmige Begründung des 42-Jährigen, der drei Tage zuvor bereits "Rund um Fischeln" gewonnen hatte, für seine Solofahrt.

Heimliche Stars; Die Schnellsten in den "Erste Schritt-Rennen" Anton Wiemers, Jason Rother (rechtes Bild, v.r.), Nils Dost, Theo Koch und Philip Giesen (v.r.). Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Mit der er sich zum vierten Mal nach 1996, 2006 und 2012 in die Siegerliste des zum 51. Mal ausgetragenen "Klassikers" am Maifeiertag eintrug. Besser ist da nur Andreas Beikirch, der sein Heimatrennen zwischen 1995 und 2010 sieben Mal gewann und deshalb relativ entspannt ist, "dass der Lars mich nicht mehr einholt. Obwohl – bei ihm weiß man nie . . ."

Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Teutenbergs Triumph vor Michael Kurth (Team Quantec-Indeland) und Hendrik Werner (RRG Porz), die die "Schmach" für den RV Blitz Spich komplettierten, indem sie in der letzten Runde Alexander Weifenbach noch vom Podiumsplatz verdrängten, setzte den Schlusspunkt unter einen rundum gelungenen Radsport-Feiertag im "Sportdorf". "Wir sind mit der Resonanz zufrieden", sagte Gesamtleiter Friedhelm Kirchhartz.

Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Die meiste Stimmung herrschte freilich an der Strecke, als die "heimlichen Stars" in die Pedale traten: die Kinder zwischen zwei und zehn Jahre, die in den "Erste-Schritt-Rennen" um den Peter Kirchhartz-Preis ihre Runden drehten, mitunter auf Pucki-Rädern oder Gefährten noch ganz ohne Kette und Pedale.

Der Triumphator: In eindrucksvoller Manier wiederholte Lars Teutenberg beim 51. Büttgener Straßenrennen seinen Vorjahressieg. Der 42-Jährige ließ mit einer Solofahrt in den letzten Runden die jüngere Konkurrenz ganz schön alt aussehen. Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Zur festen Einrichtung ist mittlerweile das Rennen der Speedskater geworden: Trotz der Konkurrenz des Marathon-Rennens in Frankfurt am gleichen Morgen, bei dem sich in Silke Röhr, Silke Zimmermann und Andreas Lichtenstein drei Büttgener für die Nationalmannschaft qualifizierten, stand das Rekordfeld von mehr als 50 Skatern an der Startlinie. Schnellster war zum wiederholten Male der Kölner Andreas Beulertz, die meiste Aufmerksamkeit heimste allerdings Alexander Mier ein. Zumindest bei Christian Stoll. Denn der Büttgener ging in Werder Bremen-Socken an den Start – und Stoll ist da Stadionsprecher.

(NGZ)