Reitsport : Es geht um die EM-Fahrkarten

Das gibt es nur im Voltigieren: Gleich der erste ernsthafte Wettkampf der Saison ist der wichtigste, denn beim "Preis der Besten" werden ab heute in Darmstadt für die Gruppen die Fahrkarten zur Europameisterschaft vergeben

Voltigieren ist, für den Betrachter auf jeden Fall und sicher auch für die Aktiven, ein schöner Sport. Noch schöner wäre er, könnten sich seine Funktionäre auch nur annähernd zu Gepflogenheiten durchringen, wie sie in anderen Disziplinen üblich sind.

Einem vernünftigen weil den Gesetzen der Logik folgenden Saisonaufbau zum Beispiel. Erst die weniger bedeutsamen, dann die vorentscheidenden Wettkämpfe, die die Qualifikation zu Welt- oder Europameisterschaften bescheren, so sieht das in den meisten Sportarten aus. Nicht im Voltigieren: Da werden nicht nur die Deutschen Meisterschaften in der gleichen Woche Mitte August ausgetragen wie die kontinentalen Titelkämpfe. Nein, wer dorthin will, muss gleich im allerersten ernsthaften Wettkampf der Saison in Top-Form sein. Denn beim "Preis der Besten", der ab heute beim Darmstädter Reiterverein auf dem Reiterhof Kranichstein ausgetragen wird, werden zumindest im Gruppenvoltigieren bereits die Fahrkarten zu den Europameisterschaften vergeben.

Dort möchte der RSV Grimlinghausen unbedingt hin. Diesem Ziel haben sogar Vize-Weltmeisterin Antje Hill und die WM-Dritte Simone Wiegele ihre Einzelkarriere untergeordnet. Die vergangenen Wochen hat das "Team Neuss" unter Longenführung von Jessica Schmitz täglich trainiert — und ist in der Pflicht und den beiden Kürdurchgängen dennoch von der Gnade der Punktrichterinnen Anna Kull, Ute Schönian und Helma Schwarzmann abhängig. Wobei der Kampf um den Sieg allein ein Duell mit dem ewigen Rivalen VV Ingelsberg sein wird.

Ebenfalls qualifizieren möchte sich das Juniorteam des RSV, in der Einzelkonkurrenz sind Janika Derks und Pauline Riedl am Start.

(NGZ)