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Korschenbroich: Sieben Bewerber für Stadtwerke

Korschenbroich : Sieben Bewerber für Stadtwerke

Die Stadt möchte mindestens 25,1 Prozent der Anteile an den Stadtwerken halten, die sie mit einem Partner gründen möchte. Sieben Unternehmen haben sich auf die EU-weite Ausschreibung gemeldet.

Die Stadt führt derzeit Gespräche mit potenziellen Partnern für die geplante Stadtwerke-Gründung. Insgesamt gibt es sieben Unternehmen aus der Energieversorger-Branche, die sich auf das EU-weite Ausschreibungsverfahren gemeldet haben. Stadtkämmerer Bernd-Dieter Schultze geht davon aus, dass eine Tendenz nach den Sommerferien auszumachen sei. "Es sind mehrere Gesprächsrunden mit jedem Bewerber erforderlich", sagt Schultze. Den Unternehmen liegen inzwischen alle erforderlichen Unterlagen über das konkrete Vorhaben vor.

Damit treibt die Stadt die Gründung der Stadtwerke vor dem Hintergrund der zum 31. Dezember 2012 auslaufenden Konzessionsverträge mit den bisherigen Stromanbietern RWE und NVV voran. Stichtag für die Gründung soll der 1. Januar 2013 sein. Im Zuge der Stadtwerke-Gründung soll dann ein Kooperationspartner den technischen und kaufmännischen Betrieb des Stromnetzes im Stadtgebiet übernehmen. Der Partner soll auch die Verhandlungen über die Übernahme des Stromnetzes führen. Die Stadt möchte mindestens 25,1 Prozent der Anteile am Stadtwerk halten. So stand es bereits in der EU-weiten Ausschreibung.

Allerdings müssen noch jede Menge Details geklärt werden. Fest steht bereits: Der Vertrag mit dem Kooperationspartner soll zunächst über sechs Jahre laufen und eine Option auf Verlängerung um jeweils ein weiteres Jahr enthalten. Nach Ablauf der Sechs-Jahres-Frist soll das Stadtwerk Leistungen des technischen und kaufmännischen Betriebs durch eigenes Personal erfüllen. Dazu zählen unter anderem die Netzinstandhaltung, seine Steuerung, Inspektion sowie die Beseitigung möglicher Störungen.

Zunächst geht es mit der Stadtwerke-Gründung aber vor allem um die Übernahme des Netzes. "Für die Bürger ergeben sich dadurch keine Änderungen", sagt Schultze. Die Stadt kann allerdings Geld von Stromanbietern kassieren, die ihre Energie durch die Korschenbroicher Leitungen schicken. Auf Sicht könnten die Stadtwerke zudem in die Stromvermarktung einsteigen. "Unser Ziel ist es, die Stromversorgung zu günstigen Konditionen zu gewährleisten", sagt Schultze.

Auch Gas könnte mittelfristig auf die Tagesordnung rücken. In diesem Bereich laufen die Konzessionsverträge bis 2018. Möglicherweise ließe sich darüber hinaus auch die Straßenbeleuchtung unter dem Dach eines Stadtwerke-Gesellschafters zusammenfassen.

Sind die derzeit laufenden Gespräche mit den Energieversorgern abgeschlossen, muss der Rat entscheiden. Eine Verlängerung der auslaufenden Konzessionsverträge mit RWE und NVV scheint zwar unwahrscheinlich, ist aber dennoch nicht gänzlich vom Tisch.

(NGZ)