1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Korschenbroich: Kräutergarten braucht Paten

Korschenbroich : Kräutergarten braucht Paten

Der Heimatverein Lüttenglehn bringt den Kräutergarten hinter der Alten Schule auf Vordermann. Er soll pflegeleichter werden. Bürger sollen Paten für Parzellen werden. Auch Sponsoren für Pflanzen werden gesucht.

Die Kräuterbeete hinter der Alten Schule waren zuletzt ein Ärgernis: Immer wilder sahen sie aus, immer ungepflegter. Die einzeln angelegten Parzellen waren von Gestrüpp und Unkraut überwuchert, die Wege zwischen ihnen kaum begehbar. Damit ist Schluss: Der Heimatverein Lüttenglehn hat angepackt und umfangreich gerodet. Mit 15 Helfern wurde Unkraut gerupft. Sie arbeiteten sich von Beet zu Beet vor. "Wir mussten jede Wurzel mit der Hand rausholen, denn Pflanzenschutzmittel dürfen nicht verwendet werden", sagt Vereinspräsident Thomas Brendel.

Rund siebeneinhalb Kubikmeter Abfall kamen dabei zusammen. Die Stadt sorgte für die Entsorgung. Jetzt sind zumindest die Wege und die einzelnen Parzellen wieder zu erkennen. Angelegt wurde der Kräutergarten vor zehn Jahren als Gemeinschaftsprojekt von Heimatverein, Stadt und Kreis. Er diente der Allgemeinheit, jeder hätte hier seine Küchenkräuter ernten können. "Die Dorfgemeinschaft sollte sich mit dem Garten identifizieren. Aber irgendwie hat sie ihn nie angenommen", sagt Vorstandsmitglied Karl Josef Neuhausen.

Ganz im Gegenteil zur benachbarten Streuobstwiese. Dort bedienen sich die Bürger gerne an reifen Äpfeln und Birnen. Rund 1500 Quadratmeter misst das Gelände. Häufig kümmerten sich die Zivildienstleistenden der Stadt um die Pflege. Inzwischen beschäftigt die Kommune aber keine mehr. Deshalb hat der Heimatverein nun Kräfte mobilisiert, um zumindest wieder Ordnung zu schaffen. "Wir möchten den Garten dann mit Stauden bepflanzen. So wird er für die Zukunft pflegeleichter", sagt Neuhausen. Der Garten- und Landschaftsbauer möchte in diesem Jahr das Gelände "unkrautfrei" bekommen.

Im kommenden Jahr beginnt die Pflanzphase. "Jede Woche findet in der Alten Schule unser Seniorentreff statt. Dann können sich die Damen und Herren im Sommer auch wieder nach draußen setzen und einen schönen Anblick genießen", sagt Thomas Brendel. Fehlt nur noch die Gewissheit, dass sich nach all der Mühe auch jemand um die Pflege kümmert.

Der Heimatverein selbst kann dies nicht leisten. "Wir haben einen Aufruf im Dorf gestartet. Der ein oder andere hat sich bereit erklärt, eine Parzelle zu übernehmen", so Brendel. Der Präsident des Heimatvereins wünscht sich trotzdem wieder eine stärkere Dorfgemeinschaft. "Viele Neubürger haben kein großes Interesse am Verein. Wir versuchen sie zwar mit Sommerfesten und anderen Veranstaltungen zu begeistern, aber sie möchten hier eigentlich einfach nur in Ruhe wohnen", sagt er. Neben engagierten Hobby-Gärtnern sucht der Verein außerdem nach Sponsoren für die Anschaffung der neuen Pflanzen.

(NGZ)