Korschenbroich : Die Bürgerstiftung wächst

Neue Mitglieder in Stiftungsrat und Vorstand, das Kapital um mehr als 26 600 Euro aufgestockt und 21 neue Stifter: Seit ihrer Gründung 2007 wächst die Korschenbroicher Bürgerstiftung kontinuierlich. Zurzeit plant sie neue Projekte.

Um mehr als 26 600 Euro auf knapp 150 000 Euro wuchs das Stiftungskapital der Korschenbroicher Bürgerstiftung im vergangenen Jahr. Seit der Gründung im Jahr 2007 erhöhte sich die Zahl der Stifter von 54 auf 75. "Wir sind sehr gut aufgestellt", sagt Stiftungsrat-Mitglied Hermann Buchkremer (72). Was die Bürgerstiftler ebenfalls freut: Alle Partner haben sich bereit erklärt, die gemeinsamen Projekte für fünf weitere Jahre zu unterstützen.

Ansehen der Stadt fördern

Seit 2008 lobt die Stiftung Förderpreise von jeweils 1000 Euro für die Schüler mit den besten Abschluss- und Abiturzeugnissen aus. Fortgesetzt werden auch das Buchprojekt "4L" (Lesen lernen — Leben lernen), das inzwischen 750 Bücher für Zweitklässler mitsamt Unterrichtsmaterial finanziert hat, und die Kooperation mit der Projektwerkstatt der Hauptschule Korschenbroich. Verdiente Bürger werden weiterhin mit dem "Matthias-Hoeren-Bürgerpreis" ausgezeichnet werden. Die Stiftung setzt auf Kontinuität — allerdings auch auf frische Ideen von neuen Mitgliedern in den Gremien.

Neu im Vorstand vertreten sind Hans-Dieter Schulz (67) und Peter Baumeister (51). In den Stiftungsrat wurde Tilman Herriger (50) gewählt. "Es ist wichtig, dass sich die Bürger für ihre Stadt einsetzen. Und sie zum Handeln aufzufordern, ist leichter, wenn ich nicht außerhalb stehe", erklärt Schulz sein Engagement. Vor einiger Zeit, erzählt Baumeister, habe er einem Bekannten vor dem Hauskauf die Vorteile von Korschenbroich aufgezählt.

"Die Stadt hat sehr viele Vorteile, wir müssen sie allerdings stärker hervorheben", sagt Baumeister. Tilman Herriger wiederum will der Stadt "etwas zurückgeben". "Meine Kinder sind hier sehr behütet aufgewachsen. Wir fühlen uns unheimlich wohl", sagt Herriger. "Die Bürgerstiftung kann viel leisten. Sie kann dabei helfen, dass die Bürger sich mit ihrer Stadt identifizieren."

Helfen — allerdings unpolitisch: So definiert der Vorsitzende Willy Schellen (72) nach wie vor das Ziel der Stiftung. "Uns ist es wichtig, dass die Stiftung nicht in eine politische Schublade gesteckt wird", sagt Schellen. "Wir mischen uns nicht in die Kommunalpolitik ein. Die Stiftung soll überparteilich das Ansehen und das Selbstbewusstsein der Stadt fördern." Buchkremer ergänzt: "Wir sind auch keine Konkurrenz zu den Heimatvereinen und Bruderschaften. Sie sind alle bei uns Mitglied."

Bald will die Stiftung neue Projekte vorstellen: Zurzeit entwickelt sie unter dem Arbeitstitel "Unterwegs in Korschenbroich" eine Broschüre mit Wander- und Radwegekarte für Korschenbroich. Im kommenden Jahr will sie zudem Informations-Schilder an 20 markanten Bauwerken der Stadt anbringen.

(NGZ/rl)