Korschenbroich: Der Mann fürs gute Miteinander im Dorf

Korschenbroich : Der Mann fürs gute Miteinander im Dorf

Josef Heckmanns ist Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Scherfhausen. Der 63-Jährige bekleidet das Amt seit gut einem Monat – und hat schon viel zu tun: Am 22. und 23. Juni wird das alle drei Jahre stattfindende Dorffest gefeiert.

Bei Josef Heckmanns müsste seit drei Jahren morgens kein Wecker mehr klingen: Der frühere Beamte bei der Kreisverwaltung in Grevenbroich ist seit dieser Zeit in Altersteilzeit beziehungsweise im Ruhestand. Aber er hat jede Menge zu tun. Neben der Familie beansprucht den rüstigen 63-Jährigen das Ehrenamt: Vor gut einem Monat ist er zum Vorsitzenden der Scherfhausener Dorfgemeinschaft gewählt worden.

Damit ist er der Nachfolger von Hubert Tokloth, der dieses Amt 24 Jahre lang innehatte. Josef Heckmanns ist nicht nur mit Bürgermeister Heinz Josef Dick zusammen zur Schule gegangen, er ist mit ihm auch entfernt verwandt. In einem Punkt unterscheiden sich die Zwei jedoch deutlich voneinander: Josef Heckmanns ist bekennender Sozialdemokrat. Und er tickt auch sonst ein wenig anders; ein Beispiel: Die Pflege des großen Gartens überlässt er gern seiner aus Glehn stammenden Frau Gertrud. Dafür hat er sich rührend um seine beiden in Moers lebenden Enkel – Zwillinge – gekümmert. "Bis sie in den Kindergarten kamen, habe ich sie tagsüber versorgt – dazu gehörte selbstverständlich auch das Windelnwechseln", erinnert sich Heckmanns, der zwei Söhne, 41 und 36 Jahre alt, hat.

Bevor er zum Vorsitzenden gewählt wurde, war der Josef Heckmanns 15 Jahre lang Kassierer bei der Dorfgemeinschaft Scherfhausen. Zunächst hat der 63-Jährige nicht vorgehabt, den Vorsitz zu übernehmen. Aber er wisse, dass die Jüngeren als Familienväter und im Beruf voll ausgelastet sind.

Den Arbeitsaufwand als Vorsitzender kann er noch nicht exakt einschätzen. Eine erste große Aufgabe steht gerade an: Am 22. und 23. Juni wird wieder das alle drei Jahre stattfindende Dorffest gefeiert. Da muss einiges organisiert werden. Doch der Aufwand lohnt sich: "Den Zusammenhalt im Dorf würde ich als gut bezeichnen", sagt Heckmanns. Von den rund 400 Einwohnern kenne er etwa 300. Aber der Ehrenamtler fühlt sich nicht nur als Scherfhausener, sondern auch als Schütze, wurde er doch während der Schützenfest-Zeit geboren.

Im Glehner Jägerzug "Spätzünder" macht er als einfacher Schütze mit. Josef Heckmanns ist begeisterter Anhänger von Borussia Mönchengladbach und gerne mit dem Fahrrad unterwegs in der knappen Freizeit. Früher, als seine Söhne noch Fußball spielten, hatte er sich beim SV Glehn engagiert. Der Dorfgemeinschaft gehört er seit 22 Jahren an. An Scherfhausen schätzt Heckmanns, der einige Jahre in Grevenbroich gewohnt hat, die Ruhe, Idylle und Überschaubarkeit. Zur heilen Welt gehört auch, dass alte Menschen, solange es geht, nicht in ein Heim abgeschoben werden. Ganz in diesem Sinne kümmert sich Josef Heckmanns auch um seine Mutter, die im Anbau lebt, und seine Stiefmutter bei seiner Frau und ihm im Haus.

(NGZ)