Jüchen: SPD kritisiert Entwicklung im Ortskern

Jüchen : SPD kritisiert Entwicklung im Ortskern

Statt das Bürgerhaus als Kita umzubauen, will die SPD es abreißen. Mit dem umliegenden Areal sollte es für Wohnungen genutzt werden. Dies wäre eine Perspektive für das Jüchener Zentrum. Für Bürgermeister Zillikens "keine Alternative".

Die SPD kritisiert die Umbau-Entscheidung für das Bürgerhaus Jüchen. In diesem Areal sieht sie Perspektiven für eine Entwicklung des Jüchener Ortszentrums – Perspektiven, die mit dieser Entscheidung verschenkt würden, meint SPD-Vorsitzender Holger Tesmann. "Die künftige Entwicklung des Jüchener Zentrums wird erheblich beeinträchtigt. Der Umbau des Bürgerhauses in eine Kindertagesstätte ist aus Gründen der planvollen Baukonzeption und der langfristigen Wirtschaftlichkeit die bei weitem schlechtere Lösung." Das gesamte Areal rund um die Bürgerhalle, das sich im Besitz der Gemeinde befindet, sollte nach Vorstellungen der SPD neu überplant und für eine Wohnbebauung genutzt werden.

Das Bürgerhaus Jüchen soll für zwei Gruppen einer Kindertagesstätte umgebaut werden. Diese Empfehlung an den Rat hat der Hauptausschuss in einer Sondersitzung gefasst.

Anders als ein Neubau an der Stadionstraße sollte ein Umbau 200 000 Euro weniger – insgesamt rund 1,4 Millionen Euro – kosten. Bürgermeister Harald Zillikens betont gegenüber der NGZ aber noch zwei weitere Aspekte: "Der Sanierungsstau in einer Bestandsimmobilie wird behoben." Zudem könne die Gemeinde jedes Jahr Unterhaltskosten sparen. Das seien für eine Kommune im Haushaltssicherungskonzept entscheidende Argumente – auch wenn der Bürgermeister einräumte: "Natürlich würden auch wir uns einen Neubau wünschen."

Holger Tesmann hat dagegen das gesamte Areal – inklusive des kommunalen Kindergartens "Villa Kunterbunt", des Archivs, des VHS-Gebäudes und der Polizei – für eine Wohnbebauung im Blick. Generell müsse im Jüchener Zentrum etwas geschehen; Tesmann verweist dabei auf die langjährigen Forderungen der SPD nach einem Leitbild für das Zentrum: "Dazu gehört für uns auch der Marktplatz." Sobald dessen Zweckbindung – die Fördermittel sind bis zum Jahr 2017 gebunden – sollte der zentrale Platz neu überplant werden.

Bürgermeister Harald Zillikens setzt einen anderen Schwerpunkt: "Wir haben in Jüchen nicht ein Zentrum, sondern drei Schwerpunkte." Neben dem Geschäftszentrum mit Rewe, Aldi und bald auch Lidl gebe es den Marktplatz sowie ein Zentrum des Sozial-, Verwaltungs- und Kulturlebens mit Haus Katz, dem Jugendheim A3, der katholischen Kita "Unserer lieben Frau" und der kommunalen Kita "Villa Kunterbunt", Polizei, Pfarramt und katholische Kirche. "In diesem Bereich könnten 3500 Quadratmeter für neue Wohnungen genutzt werden. Die Gebäude unter Denkmalschutz müssten davon noch abgezogen werden – übrig bleibt ein Areal zwischen zwei Kindertagesstätten." Dafür würde sich niemand entscheiden. Und wenn, dann seien Probleme programmiert. Eine neue Kindertagesstätte würde zudem die bereits vorhandene Prägung des Viertels noch unterstützen.

Eine alternative Nutzung für Gewerbe ist laut Harald Zillikens in diesem Bereich ebenfalls unmöglich.

(NGZ)