Fußball: 1. FC-Süd empfängt Rheydt zum Endspiel

Fußball : 1. FC-Süd empfängt Rheydt zum Endspiel

Ein Punkt gegen Viktoria auf der eigenen Anlage reicht den Südstädtern, um den Bezirksliga-Klassenverbleib zu sichern.

Dafür, dass der 1. FC Grevenbroich-Süd und Viktoria Rheydt sich am letzten Bezirksligaspieltag noch einmal zu einem echten Abstiegs-Endspiel treffen würden, sprach vor zwei Monaten nicht sehr viel. Der 1. FC hatte sich nach zwei bösen Heimniederlagen gegen Neuwerk (1:2) und Delrath (1:6) gerade von Trainer Jürgen Latajka getrennt, Rheydt war nach fünf Niederlagen aus sechs Spielen und dem Rückzug der DJK Giesenkirchen sogar auf den letzten Platz gerutscht.

Sechs Spieltage später sieht die Welt anders aus: Viktoria holte seitdem 13 Punkte, schlug unter anderem als einziges Team überhaupt die Übermannschaft aus Odenkirchen. Auch Süd fand unter Coach Peter Hanschmann zurück in die Spur und bewies bei den jüngsten drei Siegen starke Nerven. So ist tatsächlich alles angerichtet für das große Finale, das morgen um 15 Uhr auf der Südanlage beginnt: Punktet der 1. FC-Süd, ist er gerettet, siegt Rheydt, geht der Aufsteiger in sein zweites Bezirksliga-Jahr.

Taktieren möchte Hanschmann auf keinen Fall: "Dass uns ein Punkt reicht, ist sicher ein Vorteil. Wir werden uns aber davor hüten, irgendetwas an unserer Spielweise zu ändern. In so ein Spiel kann man unmöglich mit dem Ziel gehen, das Unentschieden zu halten." Die große Stärke der Südstädter ist das Verteidigen ohnehin nicht: 58 Gegentore fing sich der 1. FC bereits, nur Schlusslicht Neuwerk hat noch mehr auf dem Konto. Unter dem neuen Coach haben sich die Gastgeber – mit Ausnahme des wilden 3:4 in Kapellen – aber deutlich stabilisiert und in sechs Spielen nur sechs Gegentore kassiert.

"Wir haben das System umgestellt, seitdem geht die Tendenz nach oben", sagt Hanschmann, der das Amt zur neuen Saison ohnehin übernommen hätte. Dies soll aber keinesfalls Kritik an Vorgänger Latajka sein: "Ich kenne seine Situation: Man ist überzeugt davon, dass man es selber geschafft hätte, kann es aber leider nicht mehr beweisen. Jürgen hat zwei Drittel der Saison bestritten und auch einen großen Anteil am Klassenerhalt, wenn wir ihn schaffen sollten. Genau wie mein Co-Trainer Bernd Köller, dem ich sehr viel zu verdanken habe."

Die Viktoria schätzt der Coach als unbequem ein: "Es sah nicht besonders gut für sie aus. Dann haben sie sich aber enorm gesteigert, die werden hier alles andere als verunsichert auftreten." In Topform befindet sich der junge Stürmer Lukas Schabram, der Rheydt mit vier Treffern in den letzten vier Spielen fast im Alleingang über Wasser hielt. Süd muss auf zwei Stammkräfte verzichten: Spielmacher Jens Jungverdorben fehlt, nachdem er sich beim Sieg in Mönchengladbach verletzte. Innenverteidiger Marcel Woop plagt sich seit längerem mit Achillessehnenproblemen herum, die ihn nun zum Aussetzen zwingen.

(NGZ)