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TSV: 19:18 gegen HBW Balingen-Weilstetten: Das waren zwei Big Points

TSV: 19:18 gegen HBW Balingen-Weilstetten : Das waren zwei Big Points

Das waren zwei Big Points Dienstag Abend für Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen. Beim Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten, in dessen vollbesetzter Längenfeldhalle zuletzt die Aufstiegsanwärter aus Melsungen (20:20) und Oßweil (29:35) Federn gelassen hatten, holten die Dormagener mit 19:18 (9:9) einen ganz wichtigen Sieg.

Und den hatten sie ihrer Kampfkraft und einer starken Abwehrleistung zu verdanken. Und nicht, wie es ein Teil der 800 Zuschauer in der Längenfeldhalle gesehen zu haben glaubten, den Schiedsrichtern Christopher Biaesch und Frank Sattler. Sie mussten nach dem Schlusspfiff von Ordnern in Schutz genommen werden, so aufgebracht reagierten die schwäbischen Fans, weil die Aufholjagd ihres Teams, das vier Minuten vor Schluss bereits 16:19 im Hintertreffen gelegen hatte, nicht von Erfolg gekrönt war.

Dabei brauchten sich die Balinger Weiß Gott nicht über die Leistung der Unparteiischen beschweren, die ihnen in der hektischen Schlussphase noch zwei Siebenmeter zusprachen, die nicht unbedingt hätten gegeben werden müssen. Alexander Stevic, ohnehin der Beste in einem insgesamt enttäuschenden Balinger Angriff, verwandelte die beiden Strafwürfe eiskalt.

Und weil dazwischen Tobias Plaz mit einem Stürmerfoul den Ball verloren hatte und auf der Gegenseite Oliver Schulz und Michiel Lochtenbergh mit Zeitstrafen bedacht worden waren, standen in den letzten 30 Sekunden nur noch vier Dormagener sechs Balinger Feldspielern gegenüber. TSV-Trainer Kai Wandschneider nahm unmittelbar nach dem Wiederanpfiff nach Stevics Siebenmetertor zum 18:19 eine Auszeit.

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Da waren noch 23 Sekunden zu spielen und auf der Tribüne unkte TSV-Pressesprecher Knut Kleinsorge: "Das geht noch in die Hose, so haben die gegen Melsungen auch noch das Unentschieden geschafft." Doch mit dem Geschick von Michael Kopeinigg und auch ein bisschen Glück brachte Bayer den knappen Vorsprung über die Zeit. Dass am Ende Tobias Plaz den letzten Wurf voll auf den Brustkorb von HBW-Torhüter Zoubkoff setzte, war den Dormagenern egal - nicht aber einer Handvoll Balinger Fans, die wutentbrannt auf die Schiedsrichter losstürmten .....

Dabei wäre so viel Spannung aus Dormagener Sicht gar nicht nötig gewesen, denn im zweiten Durchgang waren die Gäste die eindeutig bestimmende Mannschaft. Es war kein schönes Spiel, das sich Dienstag Abend entwickelte, sondern eine Partie, die von zwei aggressiven Abwehrreihen und zwei überragenden Torhütern bestimmt wurde. Die Dormagener Deckung war dabei nach der Pause das entscheidende Quäntchen besser als die der Hausherren.

Bezeichnend, dass Balingen zwischen dem 10:9 durch Stevic (34.) und dem 12:16 durch Feigl (47.) ganze zwei Treffer gelangen. Ein Verdienst vor allem von Peter Sieberger, der als vorgezogener Störer in der 3-2-1-Abwehr erneut eine Klassepartie bot. Sieberger war es auch, der das entscheidende Tor für den TSV Bayer erzielte. Denn von 14:18 (51.) waren die Balinger wieder bis auf 16:18 (55.) heran gekommen.

Und als dann Tobias Plaz erneut in Zoubkoff seinen Meister fand, drohte die Partie noch zu kippen. Doch Sieberger fing den langen Pass der Balinger auf Linksaußen Breuer, der zuvor die beiden Anschlusstreffer per Gegenstoß erzielt hatte, ab und verwandelte selbst zum 19:16. Diese Aktion sah auch TSV-Trainer Kai Wandschneider als spielentscheidend an: "Diesen Sieg bewerte ich sehr hoch, denn die Mannschaft hat heute gezeigt, dass sie schon wieder etwas weiter gereift ist. In diesem Hexenkessel die Nerven zu behalten, spricht für das Team. Und mit der zweiten Halbzeit war ich auch spielerisch zufrieden."

Mit diesem Sieg hat der TSV Bayer sein Ziel, von zwei Punkten aus der Süddeutschland-Tournee schon vorzeitig erreicht. Mit einer solch konzentrierten Abwehrleistung wie gestern Abend lässt sich diese Bilanz am Samstag (19.30 Uhr) beim TV Kornwestheim sogar noch verbessern - allerdings müssen die Dormagener dann ihre Tormöglichkeiten besser nutzen als am Dienstag in Balingen.

(NGZ)