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Rhein-Kreis Neuss: Enkeltrickbetrüger im Rhein-Kreis unterwegs

Rhein-Kreis Neuss : Enkeltrickbetrüger im Rhein-Kreis unterwegs

Gleich zweimal fielen Senioren im Rhein-Kreis Neuss am Mittwoch dem sogenannten "Enkeltrick" zum Opfer. Die Betrüger gehen dabei immer nach derselben Masche vor und geben sich am Telefon als Verwandte aus, die Geld benötigen.

Am Vormittag gegen 9 Uhr, meldete sich ein männlicher Anrufer bei einer 91-jährigen Frau aus Nievenheim und gab sich ihr gegenüber als Neffe Gerd aus. Der unbekannte Mann schilderte der Seniorin, für einen Notartermin anlässlich eines Hauskaufs dringend Bargeld zu benötigen.

Die Ausführungen klangen für die ältere Dame glaubhaft, sodass sie sich darauf einließ. Nachdem sie bei einem Geldinstitut in der Dormagener Innenstadt den geforderten Betrag abgehoben hatte, kam es auf einem Tankstellengelände an der Neusser Straße in Dormagen gegen 11.30 Uhr auch zur Geldübergabe. Da der "Neffe" das Geld nicht selbst in Empfang nehmen könnte, erschien wie verabredet die "Buchhalterin Schmitz", nahm das Geld in Empfang und verschwand unerkannt.

Auf ähnliche Weise schafften es die Trickbetrüger am Nachmittag, gegen 17 Uhr, an die Barschaft einer 81-jährigen Neusserin zu gelangen. Eine weibliche Stimme meldete sich per Telefon bei der Seniorin aus Uedesheim und gab sich ihr gegenüber als Enkeltochter aus.

Auch sie benötigte dringend Geld, wieder für einen Hauskauf. Nachdem die Seniorin in einem Uedesheimer Geldinstitut Bargeld abgehoben hatte, suchte sie den vereinbarten Treffpunkt auf. Auf dem Kirchenvorplatz traf die 81 Jährige auf eine Frau "Weiß", da die "Enkeltochter" nicht selber erscheinen konnte, und übergab ihr das Bargeld.

Nachdem den beiden Opfern dann Zweifel an der Angelegenheit kamen, führten sie einen Kontrollanruf durch. Hierbei stellte sich heraus, dass unbekannte Täter erfolgreich den "Enkeltrick" angewendet hatten.Ihre Beute bestand aus mehreren tausend Euro.

Die Personenbeschreibungen der beiden Opfer hinsichtlich der unbekannten Geldabholerin sind nahezu identisch. Sie konnte folgendermaßen beschrieben werden: 30-35 Jahre alt, normale Statur, etwa 1,65 Meter groß, lockige kinnlange Haare, bekleidet mit einer dunklen Jacke und Hose, Sonnenbrille und Umhängetasche, südländisches Erscheinungsbild.

Erfahrungsgemäß halten sich Gruppen dieser Betrüger für einen längeren Zeitraum in einem bestimmten Gebiet auf. Daher ist nicht auszuschließen, dass es in den nächsten Tagen zu weiteren Betrugsversuchen kommt. Bei Anrufen dieser Art handelt es sich um den sogenannten "Enkeltrick", bei dem die Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft älterer Menschen ausgenutzt wird.

Im schlimmsten Fall händigen die Opfer Geld in der Annahme aus, dass sich ein Verwandter in einer finanziellen Notlage befindet. Tatsächlich handelt es sich bei dem Anrufer weder um einen Verwandten oder alten Bekannten, noch liegt eine finanzielle Notlage vor.

Die Polizei rät daher, niemals Geld an fremde Personen auszuhändigen und sich sofort bei der Verwandtschaft nach der Richtigkeit des Anrufes zu erkundigen. Derartige Vorkommnisse sollten unverzüglich der Polizei gemeldet werden. Angehörige von älteren Menschen, die noch allein in ihren Wohnungen leben, sollten mit den Seniorinnen und Senioren über die Masche der Betrüger sprechen.