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Rhein-Kreis Neuss: Studie: Viele Bahnhöfe "nicht akzeptabel"

Rhein-Kreis Neuss : Studie: Viele Bahnhöfe "nicht akzeptabel"

Vier Mal pro Jahr schickt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) Tester zu allen Bahnhöfen, die zum Beispiel auf Vandalismus oder die Funktionsfähigkeit von Aufzügen und Anzeigetafeln achten. Ihr Urteil ist Basis für einen "Stationsbericht", in den auch Ergebnisse regelmäßiger Fahrgastbefragungen einfließen.

Während VRR-Vorstandssprecher Martin Husmann mit Blick auf das Gesamtergebnis eine "erfreulichen Entwicklung" feststellt, sind Bahnfahrer im Rhein-Kreis in vier Fällen mit einem im Vergleich der letzten drei Jahre negativen Ergebnis konfrontiert. In Jüchen, Holzheim, Neuss-Rheinparkcenter und Rommerskirchen hat sich das Erscheinungsbild der Haltepunkte verschlechtert. Ursache ist vor allem die steigende Zahl von Graffiti-Schmierereien an Bahnsteigen und Zugängen.

Verbessert hat sich die Situation dagegen in Dormagen, Grevenbroich, Frimmersdorf, Büttgen, Neuss-Süd, Neuss Am Kaiser und am Neusser Hauptbahnhof. So weit das Ergebnis der Gesamtbewertung im gestern vorgestellten VRR-Stationsbericht 2011. Im Detail betrachtet relativiert sich der positive Eindruck allerdings deutlich: Viele Bahnhöfe im Rhein-Kreis werden in den Kategorien Sauberkeit, Funktion (zum Beispiel von Anzeigetafeln oder Aufzügen) und Graffiti immer noch mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Und der steht im VRR-Bericht für "nicht akzeptabel", mit erheblichen Mängeln und dringendem Verbesserungsbedarf. In Dormagen, Nievenheim und Hochneukirch zum Beispiel werden drei von sechs Kategorien rot markiert. Die schlimmsten Bahnhöfe im Kreis nach diesem Ranking sind Korschenbroich und Kleinenbroich mit fünf beziehungsweise vier Wertungen der Stufe "nicht akzeptabel". Beide Stationen sollen nun aufgewertet werden. 2014/15 soll es dort neue Bahnsteige mit behindertenfreundlichem Zugang geben.

Im Neusser Hauptbahnhof steht im Rahmen der "Modernisierungsoffensive 2" des VRR eine Aufzugnachrüstung an. Am Haltepunkt Neuss-Süd soll der Bahnsteig verlängert werden. Der Bahnhof Rommerskirchen bekommt einen Aufzug, damit Menschen mit Behinderung künftig den Bahnsteig ohne Probleme erreichen können.

Sichtbare Erfolge zeigt nach Einschätzung des VRR unterdessen ein 2010 gestartetes Anti-Graffiti-Programm: Schmierereien sollen möglichst innerhalb von 72 Stunden entfernt werden — in der Hoffnung, dass die Sprayer die Lust verlieren.

(NGZ)