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Remscheid: DOC-Abend lässt noch viele Fragen offen

Remscheid : DOC-Abend lässt noch viele Fragen offen

Auf sehr große Resonanz stieß am Donnerstag der erste Infoabend der Stadt zum geplanten Designer-Outlet-Center (DOC) in Lennep. Mehr als 300 Menschen kamen. Viele nahmen bei Sauna-Temperaturen auf den Stufen des Forums Hackenberg Platz oder standen am Geländer.

Als Gutachter und OB nach 90 Minuten das Projekt und den Zwischenstand der Gutachten präsentiert hatten und die Diskussionsrunde begann, wurde schnell klar, dass es für viele Fragen noch zu früh ist. Wie etwa das DOC den Handel auf der Alleestraße beeinflussen wird, wusste Gutachter Stefan Leister nicht zu sagen. Klar sei nur: Je weiter ein Standort vom DOC weg ist, desto geringer profitiert er vom Besucherstrom, der enorm sein wird, wie Verkehrsexperte Frank Weiser ankündigte.

Auch noch unklar: Wie wirkt sich der zusätzliche Verkehr von bis zu 6000 Autos am Wochenende auf die Lärm- und Luftbelastung aus? Diese Untersuchungen beginnen erst jetzt. Ungläubiges Gelächter brandete auf, als Weiser ankündigte, dass die Lüttringhauser Straße im Bereich Blume fünfspurig ausgebaut werden müsste, um den Verkehr aufzunehmen. Auch die benötigten sechs Spuren an der Ringstraße gleich am DOC sorgten für Spott. Weiser kündigte an, dass er in einer Folgeveranstaltung mehr ins Detail gehen kann. Dann könnten auch die gestern auftauchenden Fragen zur Verkehrsbelastung an einzelnen Knotenpunkten geklärt werden.

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Klare Aussagen machte Weiser zur Parksituation: Die geplanten 2500 Parkplätze seien ausreichend und ermöglichten dem DOC-Besucher eine durchschnittliche Verweildauer von drei Stunden. Sollte dennoch Parksuchverkehr in den Nebenstraße Lenneps entstehen, könne man reagieren — etwa mit Anwohnerparken, wie Gemeindereferent Rolf Haumann vorschlug.

Der Ton der Diskussion blieb — von einigen Zwischenrufen abgesehen — sachlich und fair. Oberbürgermeisterin Beate Wilding erhielt viel Applaus für ihre Eingangsrede, in der sie das DOC als Chance bezeichnete, mehr Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu erreichen. Sie betonte, dass die Stadt mit dieser frühen Infoveranstaltung neue Wege gehe. Das Projekt sei so wichtig, dass dies angebracht sei. Gleichzeitig seien durch den Termin aber viele Dinge noch in der Schwebe. Sie versprach weitere Infoabende. Den Vertretern der Grundschule am Stadion gab sie mit auf den Weg, dass die Schule erst zum Schuljahr 2015/2016 umziehen müsse. Bis dahin sei Zeit, den neuen Standort an der Leverkuser Straße herzurichten — im Einvernehmen mit der Schule.

Bei aller Sachlichkeit war im Publikum die Grundsorge deutlich spürbar, dass die Einflussnahme der Bürger schwindet, wenn die Stadt erst einmal im Oktober den Kaufvertrag mit dem Investor unterschrieben hat. Dem trat der Rechtsberater der Stadt, Thomas Lüttgau, entgegen. Im gesamten Bauverfahren habe die Stadt weiterhin die Möglichkeit der Einflussnahme.

Auf Kärtchen, die auf allen Plätzen auslagen, konnten Bürger jene Fragen notieren, die gestern Abend nicht zur Sprache kamen und sie an die Stadt weiterleiten. Die Stadt will auf alle Fragen antworten — wenn sie denn die Antworten schon hat.

Weitere Berichte zum Abend lesen sie in der morgigen Ausgabe.

(RP)