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Vor Gericht: Eine Frau aus Heiligenhaus soll Heroin verkauft und gestreckt haben

Frau aus Heiligenhaus vor Gericht : Wegen Heroinhandel angeklagt

Im Prozess wegen Heroinhandels müssen sich seit Dienstag drei Männer aus Velbert und eine Frau aus Heiligenhaus vor dem Wuppertaler Landgericht verantworten. Die Frau brachte Tausende Euro zu Bank.

Die Angeklagten sollen sich mit unterschiedlicher Tatbeteiligung seit Herbst 2016 durch die illegale Einfuhr und den Weiterverkauf von Betäubungsmitteln eine Einnahmequelle verschafft haben. Einer der drei Männer wurde bereits wegen anderer Taten im Mai 2019 zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Zuvor soll er den Kontakt zu niederländischen Lieferanten hergestellt haben, nach seiner Inhaftierung soll der ebenfalls angeklagte, ehemalige Kurierfahrer diese Rolle übernommen haben. Der 55-jährige Velberter mit Kleingarten und Hühnerzucht in Heiligenhaus soll anfangs 30 Euro Benzingeld und drei Gramm Heroin für seine Kurierdienste bekommen haben. Irgendwann soll ihm das in Anbetracht des Risikos zu wenig gewesen sein und er habe 500 Euro für jeden Kurierdienst gefordert und auch bekommen. Nach der Inhaftierung des Mitangeklagten soll er das Heroin selbst telefonisch geordert haben – auf Geheiß eines 67-jährigen Italieners, der ebenfalls in Velbert wohnt. Dessen Anwalt hat bereits angekündigt, dass sein Mandant sich nicht an Details erinnern könne und er ein gerontopsychiatrisches Gutachten vorlegen werde.

Wurden die Drogen anfangs in Velbert „gebunkert“, so wechselte man bei der Lagerhaltung später in die Wohnung der Heiligenhauserin, die das Heroin auch gestreckt und verkauft haben soll. So wie auch der 67-jährige Mitangeklagte, soll sie die Einnahmen von mehreren Zehntausend Euro in bar auf ihr Sparkassenkonto eingezahlt haben. 

Inmitten eines über vier Jahre „florierenden“ Drogenhandels sollen mehrfach die niederländischen Lieferanten gewechselt haben, von denen einige gesondert angeklagt wurden. Von ihnen soll der Kurierfahrer das Heroin abgeholt haben – zum Schluss an einem Ort direkt hinter der Grenze. Geparkt habe er in einer deutschen Grenzstadt, um von dort aus zu Fuß über die Grenze zu laufen. Beim Rückweg jedesmal in der Tasche: zwischen 500 Gramm und einem Kilo Heroin und Streckmittel. Das Bargeld soll ihm zuvor der 67-jährige Mitangeklagte überlassen haben. Es sollen jeweils zwischen 10.000 und 30.000 Euro gewesen sein. Festgenommen worden war er auf dem Rückweg von Heerlen bei der Abfahrt von der Autobahn. Bei den Wohnungsdurchsuchungen der Angeklagten waren Heroin, mehrere Feinwaagen und Verpackungsmaterial für den Weiterverkauf sichergestellt worden. Von deren Verteidigern wurden teilweise geständige Einlassungen angekündigt, der Prozess wird fortgesetzt.