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Ben Juretzki und Sanya Music vom TV Ratingen gehören zu den Top-Leuten

Schwimmen : Ratinger auf deutschen Bestenlisten

Trotz Einschränkungen in der Coronavirus-Pandemie haben die Schwimmer des TV Ratingen gute Ergebnisse in den ersten Wettkämpfen erzielt. Ben Juretzki und Sanya Music zählen zu den Top-Leuten ihres Jahrgangs 2007 in der Disziplin Rücken und fahren Stand jetzt zu den Deutschen Meisterschaften.

Die ersten Wettkämpfe nach der Corona-Zwangspause haben die Schwimmer des TV Ratingen gut genutzt, allen voran Ben Juretzki im Jahrgang 2007: Der Rückenspezialist schob sich mit 0:30,09 Minuten über die 50 Meter und mit 2:27,24 über die 200 Meter beim Wettkampf im Düsseldorfer Rheinbad auf die Ränge drei und sieben der bundesweiten Bestenlisten. Dort steht er mit einer Zeit von 1:05,42 Minuten, die er in Neuss schwamm, sogar auf Platz eins über 100 Meter. In Neuss, wo es den ersten Wettkampf nach der Zwangspause gegeben hatte, platzierte sich auch Sanya Music (Jahrgang 2007) auf den Bestenlisten: über 100 Meter Rücken auf Rang sechs in 1:11,02 und über 200 Meter Rücken auf Platz 13 in 2:36,03 Minuten.

Trainer Christian Kowalis, der beide Wettkämpfe betreute, freute sich über die 50 persönlichen Bestzeiten bei 70 Starts in Düsseldorf und sagte über Juretzki: „Ben steigert sich kontinuierlich. Schon letztes Jahr war er vorne bei den Rückenstrecken seines Jahrgangs dabei. Dass er die Trainingsleistungen in dieser Form in Wettkampfergebnisse auch in diesem Jahr umsetzen kann, lässt den TV Ratingen hoffnungsvoll nach vorne schauen.“

Und da stehen – so es die weiteren Entwicklungen in der Pandemie zulassen – noch vor dem Jahresende zwei Großereignisse an, auf die sich einige Aktive des TV freuen dürfen: die NRW-Meisterschaften in der dritten November-Woche und die Deutschen Meisterschaften im Dezember. Stand jetzt sind Juretzki und Music für beide Wettbewerbe qualifiziert, da der Deutsche Schwimmverband (DSV) die besten 16 Athleten der Republik dort versammelt – und mit ihren Platzierungen in den Bestenlisten sind die beiden Ratinger dabei, sofern sie nicht noch von anderen Aktiven so weit überholt werden, dass sie aus dem Ranking fielen.

Abteilungsleiter Ralf Kastner weiß, dass es aufgrund der Pandemie schwierig ist, Wettkämpfe zu finden. „Wir haben Glück gehabt, dass wir zu gut organisierten Veranstaltungen in Düsseldorf und Neuss fahren konnten – für Wettkämpfe zum Beispiel in Hamm oder Wuppertal sind die Infektionszahlen nicht günstig“, sagt Kastner. „Die Teilnehmerzahlen sind begrenzt, das ist ein Riesen-Aufwand für die Veranstalter. Aber es macht die Wettkämpfe auch attraktiv – kurz und knapp, in vier Stunden ist man durch statt wie sonst an zwei Tagen.“ Weniger Starter heißt aber nicht, dass stärkere Schwimmer fehlen würden. „Gerade die Top-Leute schaffen es, bei Wettkämpfen zu starten. Da sind die Namen dabei, die man auch von den Deutschen Meisterschaften kennt“, sagt Kastner. Umso höher sind die Top-Platzierungen von Music und Juretzki einzustufen.

Auch wenn Kastner sagt: „Angesichts der Bedingungen mit deutlich weniger Training und den ganzen Begrenzungen sind wir echt gut unterwegs“, so ist es keinesfalls so, dass die Pandemie keine Auswirkungen gehabt hätte oder noch hat. „Von März bis Mai konnten wir nur online Sport machen, dann immerhin wieder Land-Training. Das war schon schwierig. In den ersten zwei, drei Wochen, als wir wieder ins Wasser durften, war das technisch schon eine Katastrophe – das war wie Eierlaufen“, sagt Kastner. Die guten Ergebnisse verschleiern die Probleme ein bisschen. „Wir haben engagierte, talentierte Schwimmer, die hart trainiert haben. Ohne die Corona-Pause wären sie wahrscheinlich noch schneller. Die Pandemie hat uns nicht gut getan, wir können ja weiterhin nur eingeschränkt trainieren. Aber wir haben das Beste daraus gemacht“, findet der Abteilungsleiter.

Ob die nächsten Wettkämpfe stattfinden können, ist fraglich, aber einen planen die Ratinger auf jeden Fall: einen virtuellen. „Dann schwimmen wir in unserem Hallenbad unter uns gegen die Mülheimer, die das in ihrem Bad machen – mit Schieds- und Kampfrichtern. Die Ergebnisse werden übermittelt, zusammengefasst und dem DSV gemeldet, dann wird das anerkannt“, erklärt Kastner. Was ihm noch wichtig ist: „Dass die Kinder, die gerade schwimmen lernen wollen, möglichst bald wieder kommen dürfen. Unsere Warteliste ist explodiert, aber ich kann keine Kinder aufnehmen wegen der Teilnehmerbegrenzungen. Das wäre so wichtig, dass die kommen dürfen.“