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Corona Kreis Mettmann: Zahlen steigen - auf dem Weg zum Risikogebiet

Neuer Inzidenz-Rekord am Montag : Kreis Mettmann auf dem Weg zum Risikogebiet

Die Inzidenz steigt am Montag auf einen Rekordwert. Nachdem der Wert am Freitag noch bei 26,7 umherdümpelte, stieg er über das Wochenende stark an und verdoppelte sich fast. Kreis informiert Städte über erste Schutzmaßnahmen.

Das Ziel ist klar: „Einen kompletten Lockdown wie im Frühjahr wollen wir unbedingt verhindern“, erklärt Kreissprecherin Daniela Hitzemann. Angesichts der über das  Wochenende sprunghaft angestiegenen Corona-Zahlen bedarf es dafür jedoch einiger Schutzmaßnahmen, die in den Alltag der Menschen im Kreis Mettmann eingreifen. „Das Problem bei dem aktuellen Anstieg ist, dass es keine Hotspots gibt“, erklärt Daniela Hitzemann weiter. „Es gibt nicht diese eine Hochzeit, auf der sich alle infiziert haben – die Ansteckungen erfolgen flächendeckend.“ Dementsprechend flächendeckend müssten daher auch die Schutzmaßnahmen ausfallen.

Nachdem die Inzidenz am Wochenende den ersten kritischen Wert von 35 überschritten hatte und am Sonntag bei 42,0 lag, ging es am Montag weiter nach oben auf 47,6. Der Kreis Mettmann rechnet damit, dass wahrscheinlich noch in der Woche die 50 erreicht wird. Damit würden die Städte im Kreis Mettmann, also Erkrath, Haan, Heiligenhaus, Hilden, Langenfeld, Mettmann, Monheim, Ratingen, Velbert und Wülfrath, als Risikogebiet gelten. Seit Beginn der Zählungen ist das Coronavirus laut Robert-Koch-Institut bei 2321 Menschen im Kreis Mettmann nachgewiesen worden.

Das Kreisgesundheitsamt befindet sich im engen Austausch mit den Städten und dem Land. Am Montag haben sich Kreis und Kommunen zusammengesetzt, um über neue Schutzmaßnahmen zu diskutieren. Der Krisenstab in Mettmann hatte mehrere Vorschläge erarbeitet, wie sich die Situation wieder in den Griff bekommen lässt. Vor Ort sind jedoch die Ordnungsämter zuständig. Das Land habe zwar am Sonntag generelle Maßnahmen verkündet, um einen Flickenteppich beim Thema Corona-Regeln zu vermeiden. Diese Verordnung soll am 1. November in Kraft treten. Im Kreis Mettmann könnte aber schon sehr bald der Grenzwert von 50 überschritten werden. „Wir brauchen Regeln für die Übergangszeit“, erklärt Daniela Hitzemann. Die Allgemeinverfügungen könnten eventuell schon am Dienstag veröffentlicht werden, damit sie ab Mittwoch gelten.

„Die Maßnahmen setzen dort an, wo auch die Maßnahmen der Landesregierung ansetzen“, erklärt die Kreis-Sprecherin. Da sich gezeigt habe, dass sich das Infektionsgeschehen nicht in Kitas oder anderen Einrichtungen abspiele, sondern auf privaten Veranstaltungen und auf Partys in Sälen und öffentlichen Räumen, müsse man auch dort mit Maßnahmen beginnen. Dort muss mit Einschränkungen gerechnet werden. Im Privatbereich könnten Kreis und Kommunen nicht einfach eingreifen. „Dort werden wir aber mindestens mit dringenden Empfehlungen arbeiten“, erklärt Daniela Hitzemann. Außerdem sollten Menschenansammlungen vermieden werden. Auch auf eine Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden sollten sich die Menschen im Kreis Mettmann einstellen.

Am Sonntag hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) einheitliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Corona-Hotspots angekündigt. Sobald ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt in NRW die Grenze von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschreite, sollen sich dort nur noch bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Außerdem sollen in diesem Fall Öffnungszeiten von Kneipen und Restaurants eingeschränkt werden. Für öffentliche Veranstaltungen sollen strengere Obergrenzen für die Teilnehmerzahl gelten. Für Feiern in privaten Räumen soll die Teilnehmerzahl dann auf 25 begrenzt werden.

Ein weiteres wichtiges Ziel für den Kreis Mettmann bleibt die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs nach den Herbstferien, wie Sprecherin Daniela Hitzemann betont. „Das ist unsere oberste Priorität“, sagt sie. Die Maßnahmen in der Schule sowie die dringende Empfehlung, Masken auch im Unterricht zu tragen, hätten sich bewährt. „Aber natürlich müssen sich die Schüler auch vor und nach der Schule entsprechend verhalten – das erfordert Disziplin.“

In einer älteren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass allein in den vergangenen sieben Tagen 478 Menschen positiv getestet worden seien. Bei dieser Zahl handelt es sich jedoch um Infizierte pro 100.000 Bewohner seit Beginn der Zählung. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.