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Landwirte aus Ratingen verbreiten einen Funken Hoffnung

Advent in Ratingen : Landwirte sorgen für Lichterzauber

Am Sonntag, 5. Dezember, ziehen Landwirte der Ortsbauernschaft mit festlich geschmückten Traktoren durch die Stadt. Sie wollen besonders in Seniorenheimen ein wenig Freude bereiten.

Im vergangenen Jahr gab es gleichermaßen viele leuchtende Augen und auch traurige Gesichter. Die einen wurden von dem ungewöhnlichen Konvoi überrascht, die anderen haben ihn verpasst und mussten mit den zahlreichen Fotos vorlieb nehmen, die auf Facebook gepostet wurden. Corona-bedingt wurde die Strecke nicht bekannt gegeben, die die festlich geschmückten Traktoren in der Stadt zurücklegten. Jede Ansammlung und Ansteckungsgefahr sollte vermieden werden. In diesem Jahr ist das anders.

Johannes Paas, Vorsitzender der Ortsbauernschaft Ratingen/ Heiligenhaus erinnert sich noch gut an das vergangene Jahr. „Unter dem Motto ‘Ein Funken Hoffnung’ hatte die Organisation Land schafft Verbindung die Konvois 2020 ins Leben gerufen.“ Eigentlich stand eine Ratinger Beteiligung gar nicht zur Debatte. „Einige Kollegen waren von der Aktion aber so begeistert, dass sie darum baten, vor Ort auch eine Tour zu organisieren.“ Also putzten die Landwirte ihre Arbeitsgeräte heraus und machten sich spontan auf den Weg.

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Rund 15 Bauern aus der Region beteiligten sich mit leuchtenden und blinkenden Treckern und fuhren Seniorenheime an. „Es war so schön zu sehen, wie viel Freude das den Menschen machte“, erinnert sich Paas. Pfleger packten ihre Patienten in dicke Decken und empfingen den Tross auf der Straße. „Menschen in Rollstühlen warteten vor den Häusern und auch für das Personal war es eine willkommene Abwechslung. Viele Menschen winkten uns am Wegesrand zu, Eltern schickten schnell ihre Kinder vor die Tür. Überall herrschte eine tolle Stimmung. Einfach schön.“

Keine Frage also, dass die Traktoren auch in diesem Jahr wieder für ihren großen Auftritt herausgeputzt werden. Das ist durchaus eine aufwendige Angelegenheit. „Rund zwei Stunden dauert es alleine, die Fahrzeuge zu putzen“, so Paas. Und auch die Lichterketten, Bäumchen und Schmuckelemente anzubringen, ist nicht ohne. Schließlich muss alles bombenfest sitzen, wenn die Fahrzeuge durch die ganze Stadt rollen. „Es macht aber auch Spaß, die Maschine zu schmücken, die einen das ganze Jahr über bei der Arbeit begleitet hat“, so Paas. Die strahlenden Augen der Passanten lassen die Mühe aber vermutlich schnell vergessen.

Gleichzeitig wollen die Landwirte ein Zeichen setzen. „Der Mittelstand steht für gegenseitige Unterstützung“, sagt der Ratinger. „Wir demonstrieren: Eure Bauern sind da, versorgen Euch mit regionalen Produkten. Wir sind sind ansprechbar, engagieren uns im Ehrenamt, packen an.“ Dies sagt Paas mit einem Blick auf das Ahrtal, das vom Starkregen im Juli besonders getroffen wurde. Bis heute sind dort Landwirte ehrenamtlich im Einsatz, um den Menschen, die ihre Häuser und ihr Hab und Gut verloren haben, zu unterstützen. Im Ahrtal findet der Weihnachtskonvoi übrigens einen Tag vorher, am 4. Dezember, statt.

Im Gepäck haben die Landwirte heimische Produkte, die sie als kleine Überraschung an die Bewohner der Seniorenheime verschenken. Mit von der Partie ist auch der singende Wirt Heinz Hülshoff, der mit Weihnachtsliedern an den einzelnen Stationen auf die Adventszeit einstimmt.

Mit dem Ordnungsamt ist der Konvoi bereits abgestimmt. Rund 15 Traktoren machen sich am Sonntag, 5. Dezember, ab 16 Uhr von Tiefenbroich aus auf den Weg durch die Stadt. Und dieses Mal freuen sich die Landwirte auch über Zuschauer am Wegesrand. Wer die Weihnachtstraktoren am 5. Dezember doch verpasst, hat ein paar Tage später noch einmal Gelegenheit, sie zu bestaunen. Wo, wird noch nicht verraten.