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Heiligenhaus: QR-Codes machen Stadtgeschichte lebendig

Großes Projekt des Geschichtsvereins : QR-Codes machen Stadtgeschichte lebendig

50 Jahre Geschichtsverein – im Jubiläumsjahr läuft manches anders als geplant. Aber eine sehr besondere Idee ist umgesetzt: Es gibt einen historischen Rundgang durch die Stadt als Buch. Dessen Texte sind auch per Handy abrufbar.

Die Gäste- und Beteiligtenliste hätte beinahe für einen veritablen Festakt gereicht, aber davon kann coronabedingt für den Geschichtsverein im Augenblick keine Rede sein. Trotzdem hat man im 50. Jahr des Bestehens nicht die Hände in den Schoß gelegt, sondern ein besonderes Geschichtsprojekt an den Start gebracht. Zur symbolischen Enthüllung eines Schildes (es sei „geklebt, nicht geschraubt“, wie der Bürgermeister erklärte) neben dem Rathauseingang begrüßte Geschichtsvereins-Chef Reinhard Schulze Neuhoff gestern neben den Autoren und Initiatoren des Projekts auch den Hausherrn, dessen Amtsvorgänger Dr. Jan Heinisch, Sparkassendirektor Thomas Meuser und Stadtarchivar Dr. Axel Bayer.

Die Idee klingt einfach: „Viele historische Gebäude und für die Stadt Heiligenhaus wichtige Bau- und Bodendenkmäler werden mit Schildern und QR-Codes ausgestattet“, so schreiben die Autoren Monika Voß und Detlef Gerull in einem kurzen Vorwort zu dem 140 Seiten starken, außerordentlich ansprechend aufgemachten Bildband. Das heißt: Wer mag, kann von Schild zu Schild wandern und mit dem Buch in der Tasche Stadtgeschichte erkunden. Oder aber er nutzt sein Handy oder Tablet zum Ablesen des QR-Codes – und bekommt den Text nebst Abbildungen auf dem Bildschirm zu lesen.

Am Beispiel des Rathauses machte Jan Heinisch gestern den ersten Test. Ergebnis: „Es funktioniert.“ Seine Aktion geschah zum Teil aus alter Verbundenheit zu seiner ehemaligen Wirkungsstätte. Sie hatte aber auch zu tun mit seiner neuen Tätigkeit. Heinisch ist inzwischen Staatsekretär im Ministerium für für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in Düsseldorf. Von einem Stück Landesförderung (genannt „Heimatscheck“) durch das Ministerium von pauschal 2000 Euro pro Projekt profitierte auch der Geschichtsverein. Man muss eben seine Fördertöpfe kennen. Die Sparkassenstiftung beteiligte sich mit weiteren 2500 Euro, wie Schulze Neuhoff sagte.

Verfasser Detlef Gerull erinnerte an das Zustandekommen des Projekts: „Die Idee wurde vor etwa anderthalb Jahren geboren. Wenn man junge Leute für Stadtgeschichte interessieren will, kann man nicht einfach nur ein Buch darüber schreiben.“ Mit den 67 im Buch erläuterten Punkten ist man mit den Wünschen längst noch nicht am Ende. Theoretisch gäbe es Material für zwei weitere Werke vergleichbaren Umfangs.

Der Geschichtsverein verkauft das Buch zum Preis von 18 Euro (Mitglieder zahlen 16 Euro) unter anderem im Museum Abtsküche und im Bürgerbüro. Mit einem Stand sind Mitglieder des Vereins zudem am Samstag in der Innenstadt anzutreffen. Geworben wird bei gleicher Gelegenheit auch für die Schriftenreihe „Cis Hilinciweg“. Und auch im Jubiläumsjahr gilt: Spenden sind willkommen.