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Kreispolizei Mettmann: Bilanz vom Kontrolltag gegen Ablenkung im Verkehr

Schwerpunkt-Kontrolle im Kreis Mettmann : Polizei erstattet 163 Anzeigen bei Aktionstag gegen Handy-Sünder am Steuer

Der landesweite Kontrolltag der Polizei richtete sich gegen Ablenkung im Straßenverkehr. 80 Auto-, Lastwagen- und Fahrradfahrer wurden mit Handys erwischt.

(-dts) Die Zahlen sind deutlich: Beim Kontrolltag gegen Ablenkung im Straßenverkehr stoppten rund 40 Polizeibeamte in allen zehn Städten des Kreises am Mittwoch zwischen 6 und 19 Uhr 183 Fahrzeugführer. 67 Auto- und Lastwagenfahrer hatten während der Fahrt verbotenerweise ein Handy, Smartphone oder andere elektronische Geräte genutzt. Gegen sie erstatteten die Beamten Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen. Verwarngelder müssen 13 mit Smartphone/Handy erwischte Fahrrad- und Pedelec-Fahrer zahlen. Insgesamt verhängten die eingesetzten Polizisten beim Aktionstag 76 Verwarngelder, 83 Anzeigen und vier Strafanzeigen. In Hilden wurden 22 Verkehrsverstöße festgestellt, in Haan waren es 8. Kreisweit führte Monheim mit 27 Verkehrsverstößen das „Sündenregister“ an, gefolgt von Langenfeld (24), Hilden (22), Ratingen (19), Velbert (17), Wülfrath und Erkrath (11), Heiligenhaus (10) und Haan (8).

Telefonieren, Simsen oder Texten während der Fahrt erhöht das Unfallrisiko erheblich und gefährdet das Leben und die Gesundheit der Menschen im Straßenverkehr. Nur „mal eben“ eine WhatsApp-Nachricht schreiben, nur „mal eben“ den Status checken, nur „mal eben“ die Zieladresse am Navi eingeben – es gibt unzählige Möglichkeiten, sich im Auto oder Lastwagen ablenken zu lassen. Dabei sollte jedem klar sein: Die Augen gehören auf die Straße. Denn: Schon bei 50 Stundenkilometern legt ein Fahrzeug in nur einer Sekunde rund 14 Meter zurück! Der Zwei-Sekunden-Blick aufs Display bei einer Fahrt mit 50 km/h bedeutet also fast 30 Meter Blindflug. Bereits beim einfachen Telefonieren ist das Gefahrenpotential der Ablenkung so hoch, wie beim Fahren mit mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut. Untersuchungen haben ergeben, dass die Nutzung eines Smartphones 164 Mal häufiger zu einem Unfall führt, als Vergleichssituationen ohne die Nutzung eines Handys. Die NRW-Polizei beteiligte sich mit ihrer Aktion an den  europäischen „ROADPOL Safety Days“ (vom 16. bis zum 22. September).

Parallel zu den Kontrollen suchten Verkehrssicherheitsberate der Kreispolizei  an zwei Info-Ständen auf Wochenmärkten in Hilden und Heiligenhaus das Gespräch. Mehr als einhundert interessierte Bürgerinnen und Bürger ließen sich  gerne beraten. Die dabei gezeigten Reaktionen bestätigten ganz eindeutig repräsentative Umfragen im Vorfeld. Danach ist die Haltung zum Thema selbst unter Autofahrerinnen und Autofahrern relativ eindeutig: Insgesamt 85 Prozent der Befragten sprachen sich in einer Forsa-Befragung für häufigere Handy-Kontrollen aus. Und selbst unter regelmäßigen Smartphone-Nutzern sind vier von fünf (79 Prozent) der Befragten dafür, dass noch viel öfter kontrolliert wird.

Unabhängig von den  „Handy-Verstößen“ gab es weitere Regelverstöße. Mehrere Fahrzeuginsassen waren nicht angeschnallt. Ein junger Fahrer, erst seit zwei Monaten im Besitz seiner Fahrerlaubnis, transportierte im Fond seines Wagens gleich vier Personen, die alle nicht angeschnallt waren. Es gab Missachtung von Ampelsignalen, Überholverboten, Vorfahrtsregeln und Fehler beim Abbiegen.  Der Fahrer eines Schulbusses wurde angezeigt, weil er keinen Mund-Nasen-Schutz benutzte. Zwei Fahrzeugführe ohne Führerschein wurden erwischt.

(-dts)